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The Gospel Coalition

Wohin sich dein Blick wenden sollte, wenn sich dein Leben verändert

10. Juni 2026Cassie Achermann6 Min. Lesezeit

Ich habe vor acht Monaten geheiratet. Zuvor hatte ich auf demselben Grundstück gelebt wie meine Schwester, ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Töchter. So waren die Freuden der Ehe begleitet von dem Schmerz, meine Familie nicht mehr täglich zu sehen. Ich war in einem neuen Vorort, einem neuen Haus, einer neuen Familie.

Ich habe Veränderungen schon immer als schwierig empfunden, selbst wenn sie zum Besseren waren. Glücklicherweise bringt die Ehe viele Gründe zur Freude mit sich. Dennoch musste ich weiterhin den Herrn um Hilfe bitten.

Hier sind vier Empfehlungen, die helfen können, mit unseren sich verändernden Lebensumständen umzugehen.

Schau nach oben

Veränderung ist erschütternd, wenn sie unsere Routinen auf den Kopf stellt. Vielleicht gibt es eine neue Person in unserem Haus oder gleich ein neues Haus. Unsere Arbeitsbelastung könnte zunehmen und die Zeit verdrängen, die wir früher für Ruhe oder Freunde hatten. Unser üblicher Nachmittagsspaziergang findet nun vielleicht in unbekannten Straßen statt. Vielleicht sehen oder sprechen wir eine geliebte Person nicht mehr täglich.

Doch ein Aspekt des täglichen Lebens bleibt sicher: Unser Gott bleibt derselbe. Sein Charakter und seine Eigenschaften sind ein fester Fels, der uns Stabilität und Frieden gibt, auch wenn sich die Landschaft um uns herum verändert.

Es gibt Frieden in dem Wissen, dass Gott unveränderlich ist, dass er „sich in keiner Weise verändert“. Wenn du dich unsicher fühlst, finde Trost in : „Jede gute Gabe und jede vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch ein Schatten infolge von Wechsel.“ Meditiere über Verse wie , und .

Auch alte bekannte Lieder haben mir geholfen, mich an das Eheleben zu gewöhnen. Bei unserer Hochzeit sangen wir eines meiner Lieblingslieder, „Great Is Thy Faithfulness“, und die Wahrheiten der ersten Strophe geben mir bis heute Halt:

Groß ist deine Treue, o Gott, mein Vater;
Bei dir ist kein Schatten des Wechsels.
Du veränderst dich nicht, dein Erbarmen versagt nicht;
Wie du gewesen bist, so wirst du immer sein.

Schau zurück

Natürlich ist die Ehe nicht die erste Veränderung in meinem Leben. Ich bin durch Schule und Universität gegangen. Ich hatte mehrere Jobs. Meine Eltern sind in eine andere Stadt gezogen. Ich habe die Gemeinde gewechselt. Ich habe Freunde gewonnen und verloren. Ich habe eine chronische Krankheit entwickelt und wieder überwunden. Ich bin zum ersten Mal eine Beziehung eingegangen.

Wenn ich zurückblicke, sehe ich Gottes Barmherzigkeit an jeder Weggabelung. Er hat meine praktischen, emotionalen und geistlichen Bedürfnisse versorgt. Er hat selbst die schwersten Veränderungen genutzt, um mich ihm näherzubringen und mich im Glauben und in der Gottesfurcht wachsen zu lassen. Ich kann aus Erfahrung bezeugen, nicht nur aus bloßem Kopfwissen, dass „denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken“ ().

Inmitten von Veränderung sollten wir Gottes Gebot an sein alttestamentliches Volk beachten: Sie sollten sich erinnern. beschreibt Gottes „Wunderwerke“ (V. 2:5) für sein Volk durch die Generationen hindurch, besonders beim Auszug aus Ägypten. Sie sollten anderen (V. 1) und ihren Kindern (145:4; ) von Gottes Treue erzählen, was bedeutet, dass sie diese Geschichte auch selbst immer wieder durchgehen mussten.

Diese Form des Erinnerns stärkt auch unseren Glauben. Gott ist in jeder Veränderung meines Lebens bisher treu geblieben. Er wird auch in dieser treu sein.

Schau nach vorn

Jede Lebensphase bringt Möglichkeiten mit sich, Gottes Segnungen zu erleben, die in unseren früheren Umständen nicht verfügbar waren. Doch in dieser gefallenen Welt werden wir nie zur vollen Freude gelangen. Es wird immer Abwägungen geben.

Durch die Ehe habe ich die tägliche Beteiligung am Leben meiner Nichten aufgegeben. Dafür habe ich die Möglichkeit gewonnen, eigene Kinder zu haben. Durch den Umzug habe ich die Freude an einem Garten verloren, in dem ich einige meiner Lieblingsvogelarten beobachten konnte. Dafür habe ich ein neues Zuhause mit einem Fenster über der Küchenspüle gewonnen, deutlich mehr Platz als in meiner Einzimmerwohnung und neue, schöne Vogelarten. Wir können die neuen Gnaden feiern und gleichzeitig die früheren betrauern.

Doch eines Tages werden wir keine Kompromisse mehr eingehen müssen. Wir werden in eine Welt unendlicher Freude und Wonne eintreten, keine Trennung mehr von Gott, keine Trennung mehr von den Menschen in Christus, die wir lieben. Endlose Freude, endloses Glück, ohne dass irgendetwas es trübt. Dass ich jetzt nicht alles habe, was ich mir wünsche, ist eine Gnade, weil es mich daran erinnert, dass diese Welt nicht meine Heimat ist und mein Herz auf die kommende Welt ausrichtet.

Schau um dich herum

Während wir nach oben, zurück und voraus schauen, dürfen wir nicht vergessen, im Hier und Jetzt zu leben, wo Gott uns gerade hingestellt hat. Die Bibel ruft uns immer wieder zu einer täglichen Haltung der Dankbarkeit auf (vgl. ; ; ; ).

In Wendell Berrys Roman Jayber Crow zieht die Titelfigur aus Port William weg, der Stadt, in der er jahrzehntelang gelebt hat. Er entscheidet sich zwar selbst für diesen Wechsel, doch es ist dennoch schwer, sein Zuhause und die Menschen dort zu verlassen. Inmitten seiner Trauer gewinnt er jedoch eine Perspektive, die wir gut nachahmen können:

„Das Anlegen des Gartens machte meinen Abschied von Port William vollständig. In jener Zeit hatte ich meinen Garten in der Stadt natürlich vermisst. Ich hatte um ihn getrauert und mich an die frisch aufsprießenden Pflanzen in den langen Reihen hinter dem Laden erinnert. Sie waren für mich Kunst und Musik gewesen. Aber nun pflanzte ich einen anderen Garten an einem anderen Ort in einer anderen Art von Boden, und die Erwartung zog meine Gedanken davon weg.“

Lass die Erwartung der kommenden Barmherzigkeiten Gottes dich davon wegziehen, im Feststecken von Nostalgie oder Trauer zu verharren. Bringe deinen Schmerz vor den Herrn und bitte ihn zu zeigen, welche Gärten in deinem neuen Leben darauf warten zu blühen.

Wenn du daran zweifelst, dass dieser Tag je kommen wird, schau dich unter anderen Christen um. Wenn ich sonntags mit meiner Gemeinde zusammenkomme, sehe ich eine Witwe, die ihren Mann mit 42 Jahren an Krebs verloren hat und die dennoch treu und fröhlich in vielen Diensten mitarbeitet. Ich sehe eine Frau, die früher wenig Interesse am Christentum hatte und weniger als ein Jahr, nachdem sie beinahe ihren jugendlichen Sohn, der Mitglied unserer Gemeinde ist, aufgrund eines Herzleidens verloren hätte, getauft wurde. Ich sehe Männer und Frauen, die Gott treu nachfolgen trotz Jobverlust, Unfruchtbarkeit und den gewöhnlichen, aber schweren Veränderungen des Lebens.

Durch alle Arten von Prüfungen und Übergängen hindurch verlassen sich diese Gläubigen auf die Treue des Herrn. Lass dich durch Gottes Wirken im Leben anderer ermutigen, während du darauf wartest, dass deine eigenen Blumen zu blühen beginnen.

In welcher Weise sich deine Welt auch verändert: Richte deine Augen auf Gott, den Einen, der sich nie verändert, der seinem Volk immer treu gewesen ist, der uns sicher nach Hause bringen wird und der uns schon jetzt gute Gaben zum Genießen schenkt.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzt von Ronny Käthler. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.

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Über den Autor

Cassie Achermann

Cassie Achermann

Autor

Cassie Achermann ist Lektorin und Projektmanagerin im redaktionellen Bereich bei The Gospel Coalition. Sie und ihr Mann Josh leben in Sydney, Australien, und gehören zur Merrylands Anglican Church. Sie ist die Autorin von Fasting und Mitwirkende an Strong in the Lord: A 30-Day Devotional on the Armor of God und Unto Us: 25 Advent Devotions About the Messiah.

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