Logo

dreieinigkeit.de

ArtikelInfografikenÜber uns

dreieinigkeit.de

Logo

Fundierte und verständliche Beiträge über die Heilige Schrift, zentrale theologische Fragen und relevante Themen des christlichen Glaubens.

Webseite

ArtikelInfografikenÜber uns

Inhalte

KategorienSchlagwörterAutorenImpressumDatenschutz

© dreieinigkeit.de. Alle Rechte vorbehalten. 2025–heute.

Apologetik & Weltanschauungen

Wie sieht Allah aus? – Der Gott ohne Gesicht und der Gott, der sich zeigt

26. Juni 2025Redaktion3 Min. Lesezeit

Wie sieht Allah aus? Diese Frage bewegt Muslime wie Nichtmuslime. In der islamischen Theologie gibt es darauf eine klare und unumstößliche Antwort: Allah sieht nicht aus wie irgendetwas.

Allah hat keine Form, keinen Körper, kein Gesicht im wörtlichen Sinne. Er ist absolut transzendent, jenseits von Raum, Zeit und menschlicher Vorstellungskraft.

Der Koran sagt:

„Nichts ist Ihm gleich.“ (Sure 42:11)

Das philosophische Problem der totalen Transzendenz

So stark die Absicht hinter dieser Vorstellung auch ist – nämlich Gott von aller menschlichen Begrenzung freizuhalten –, so wirft sie doch ein tiefes philosophisches Problem auf:

Wenn Gott in absolut keiner Hinsicht mit uns vergleichbar ist,
wenn es keinerlei Berührungspunkt zwischen Gott und Mensch gibt,
wie kann dann Offenbarung, Beziehung oder Erkenntnis überhaupt möglich sein?

Ein Gott, der in jeder Hinsicht „unähnlich“ ist, kann weder erkannt, noch beschrieben, noch angebetet werden, ohne dass wir dabei ständig Gefahr laufen, Ihn falsch darzustellen.

Die islamische Theologie (ob Salafiyya, Ash’ariten oder Maturiditen) ringt seit Jahrhunderten mit genau dieser Frage. Sie bewegt sich immer auf einem schmalen Grat:
Zwischen der völligen Andersheit Gottes und der gleichzeitigen Notwendigkeit, über Ihn überhaupt noch sprechen zu können.

Die existentielle Frage: Kann ein Gott, der nichts mit uns gemeinsam hat, uns wirklich begegnen?

Ein Gott, der „nichts“ mit dem Menschen gemeinsam hat,
kann schwerlich eine persönliche Beziehung zum Menschen aufbauen.

Wenn Sprache, Gefühle, Liebe, Wissen oder Gnade bei Gott etwas völlig anderes bedeuten als bei uns,
wird jede Gotteserkenntnis zu einer Spekulation –
jede Offenbarung zu einem Rätsel –
und jede Anbetung zu einer unsicheren Annäherung.

Ein konkretes Beispiel dafür:
Wenn der Koran sagt, dass Allah „liebt“ (z.B. „Allah liebt die Rechtschaffenen“, Sure 3:76), dann verwenden wir hier ein Wort, das wir aus menschlicher Erfahrung kennen.
Doch wenn Allah in absolut keiner Hinsicht mit uns vergleichbar ist, dann bedeutet „Liebe“ bei Allah etwas völlig anderes als alles, was wir unter Liebe verstehen.

Folge:
Wir wissen letztlich nicht, was es bedeutet, wenn Allah „liebt“.
Der Begriff wird leer und inhaltslos, weil uns jeder Anknüpfungspunkt fehlt.
Gleiches gilt für andere Eigenschaften wie „Barmherzigkeit“, „Wissen“ oder „Gerechtigkeit“.

Das Ergebnis:
Sprache über Gott wird bedeutungslos.
Offenbarung wird unverständlich.
Eine echte Beziehung zum Schöpfer bleibt philosophisch unmöglich.

Der Gott der Bibel: Der Gott, der sich zeigt – der Schöpfer im eigenen Bild

Hier setzt die christliche Antwort an:

Die Bibel verkündet keinen Gott, der sich für immer hinter einem Schleier des „Nicht-Erkennbaren“ versteckt.
Im Gegenteil: Der Gott der Bibel will erkannt werden. Er will Beziehung.

Und noch viel erstaunlicher:
Er hat den Menschen in „Seinem Bild“ geschaffen.

„Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ ()

Das bedeutet nicht, dass Gott ein Mensch ist –
aber es bedeutet:
Zwischen Gott und Mensch gibt es eine „Wesensverwandtschaft“ auf einer geistlichen Ebene.

Gott hat den Menschen mit Eigenschaften geschaffen,
die Seinen Charakter spiegeln können:
Liebe, Gerechtigkeit, Willensfreiheit, Beziehung, Erkenntnisfähigkeit.

Der sichtbare Gott in Jesus Christus

Im Neuen Testament geht Gott noch einen Schritt weiter:
Er wird in Jesus Christus selbst Mensch.

„Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ ()

Gott bleibt der Ewige, der Allmächtige –
aber Er tritt ein in Raum und Zeit.
Er wird sichtbar, hörbar, berührbar.

Gott bleibt transzendent – aber er wird auch imminent (nahbar).


Fazit: Gott erkennen – weil Gott sich selbst zeigt

Die Frage „Wie sieht Allah aus?“ zeigt ein ernsthaftes theologisches Dilemma im Islam:
Ein völlig unähnlicher Gott bleibt letztlich unerkennbar.

Der biblische Gott hingegen sagt:
👉 „Ich habe euch nach meinem Bild geschaffen.“
👉 „Ich habe mich euch offenbart.“
👉 „In Jesus könnt ihr mich erkennen und mit mir in Beziehung treten.“


Deshalb lautet die christliche Antwort auf die Frage nach Gott:
Nicht: „Er ist unvorstellbar fern und unbekannt.“
Sondern:
„Komm und sieh – Gott zeigt sich.“

Teilen

Diesen Beitrag weitergeben

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Einen Kommentar hinterlassen

Wird nicht veröffentlicht

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Über den Autor

Redaktion

Redaktion

Autor

Beiträge über die Heilige Schrift, zentrale theologische Fragen und relevante Themen des Glaubens.

Alle Beiträge von Redaktion →
◆

Weiterlesen im Portal

Entdecken Sie weitere fundierte und verständliche Beiträge über die Heilige Schrift, zentrale theologische Fragen und relevante Themen des Glaubens.

Alle Artikel ansehenMehr aus Apologetik & Weltanschauungen