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Desiring God

Single, Zufrieden, Gesandt

26. Juni 2026Marshall Segal10 Min. Lesezeit

Wenn du Single bist, hat Satan es auf dich abgesehen.

Gut, eigentlich hat er es auf uns alle abgesehen. Aber das Alleinsein bringt einige besondere Gefahren mit sich, besonders dann, wenn man nicht freiwillig allein ist. Satan liebt es, alleinstehende Menschen in der Gemeinde zu täuschen und zu entmutigen. Er möchte ihre Hingabe an Gott und ihren Dienst für ihn aus der Bahn werfen. Doch Gott beabsichtigt, dich, deinen Glauben, deine Zeit und dein Alleinsein genau jetzt auf kraftvolle Weise zu gebrauchen.

Wenn man liest, könnte man zunächst denken, es gebe zwei Gruppen von Menschen: diejenigen, die ihr Leben alleinstehend verbringen, Gott dienen und als Ledige sterben werden, und diejenigen, die heiraten müssen. Paulus hebt die Vorzüge des Ledigseins hervor und nennt die geistlichen Vorteile eines Lebens ohne Ehepartner. Das Alleinsein kann vergleichsweise frei sein von Beziehungssorgen () und weltlichen Ablenkungen () und bietet viel Raum für Anbetung, Hingabe und Dienst (). Deshalb kommt Paulus zu dem Schluss: Verzichte auf die Hochzeit und genieße deine „ungeteilte Hingabe an den Herrn“.

Die meisten würden antworten: „Mehr Macht für dich, Paulus … aber ich werde heiraten.“ Vielleicht sind sexuelle Versuchungen für dich so stark, dass du einen gottgemäßen Weg brauchst, dieses Verlangen auszuleben (). Vielleicht ist völlig klar, dass du einen Helfer oder eine Helferin brauchst, um Gottes Berufung für dein Leben zu erfüllen oder zumindest scheint das für andere offensichtlich. Vielleicht möchtest du Kinder haben und hast erkannt, dass du dafür einen Ehepartner brauchst. Vielleicht verspürst du einfach den tiefen und unübersehbaren Wunsch nach einem liebevollen, verbindlichen Lebensgefährten. In all diesen Fällen ist es gut, zu heiraten.

Auf den ersten Blick scheint es also zwei Gruppen zu geben. Doch in der praktischen Anwendung merken wir schnell, dass es eigentlich drei sind: die Ledigen, die Verheirateten und die Noch-nicht-Verheirateten. Denn wie jeder Alleinstehende weiß: Der Wunsch nach einer Ehe macht noch keine Ehe. Meine Hoffnung beim Nachdenken über die Worte des Paulus ist es, den Herzen der Noch-nicht-Verheirateten neue Hoffnung und neuen Eifer zu schenken und sie fest auf ihre Berufung und ihren Auftrag in ihrer gegenwärtigen Lebenssituation auszurichten.

Bestens ausgerüstet und bereit für alle möglichen Unternehmungen

Vielleicht besteht die größte Versuchung im Alleinsein darin zu glauben, dass eine Ehe all unsere unerfüllten Bedürfnisse stillen, unsere Schwächen beheben, unser Leben ordnen und unsere Gaben freisetzen wird. Paulus stellt die Ehe jedoch keineswegs als die Lösung dar. Vielmehr erscheint sie bei ihm fast wie eine Art notwendiger Plan B des christlichen Lebens und Dienstes. Heirate, wenn du musst, aber sei gewarnt: Jesus nachzufolgen wird nicht einfacher, wenn du dich in einer gefallenen Welt mit einem anderen Sünder verbindest.

Auch wenn die Ehe in manchen Bereichen Freude, Hilfe und Entlastung bringen kann, vervielfacht sie zugleich deine Ablenkungen. Denn plötzlich trägst du eine enge Verantwortung für einen anderen Menschen, für seine oder ihre Bedürfnisse, Träume und geistliche Entwicklung. Das ist eine hohe und gute Berufung, aber auch eine anspruchsvolle, die dich von vielen anderen guten Möglichkeiten abhalten wird.

Deshalb ist das Noch-nicht-Verheiratetsein für diejenigen, die heiraten möchten, ein Geschenk. Wirklich. Wenn Gott dich zur Ehe führt, wirst du vielleicht nie wieder eine Zeit erleben wie die, in der du jetzt lebst. Die Zeit des Alleinseins ist nicht einfach die „untere Liga“ der Ehe. Sie kann eine einzigartige Phase ungeteilter Hingabe an Christus und ungestörten Dienstes an anderen sein.

Mit dem Heiligen Geist in dir und einem vergleichsweise freien Terminkalender hat Gott dir die Voraussetzungen gegeben, einen bleibenden Unterschied für sein Reich zu machen. Du bist gewissermaßen vollständig ausgerüstet, ausgestattet mit „jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen“ (), und dir stehen unzählige Wege offen.

Mit Gottes Hilfe und Führung hast du die Freiheit, dich selbst, deine Zeit, deine Ressourcen, deine Jugend und deine Flexibilität in Beziehungen, Dienste und Aufgaben zu investieren, die außergewöhnliche Frucht hervorbringen können.

Deshalb folgen nun acht Vorschläge, wie du das Beste aus deinem Noch-nicht-Verheiratetsein machen kannst.

1. Vermeide es, eheliche Ablenkungen gegen andere Ablenkungen einzutauschen.

    Paulus hatte vielleicht recht, was unsere Freiheit von den Sorgen einer Ehe betrifft, aber in einer Welt voller iPhones, iPads, iPods und allem anderen, was man sich wünschen kann, haben Singles nie Schwierigkeiten, genügend Zerstreuungen zu finden. Wenn du so bist wie ich, dann sehnst du dich sogar nach Ablenkung und greifst ganz automatisch danach, sei es SportsCenter, Downton Abbey, Fitness, gutes Essen, endloses Bloggen und Bloglesen, ständiges Durchforsten sozialer Medien oder das Meistern des neuesten Videospiels. Wir nennen es vielleicht Erholung, aber allzu oft sieht es so aus, als würden wir unsere Zeit als Single verschwenden.

    „Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (). Alles, was gerade erwähnt wurde, kann zur Ehre Gottes getan werden und alles davon kann auch eine gefährliche Ablenkung von dieser Ehre sein. Wenn du Letzteres ausschließt, solltest du vielleicht einmal das Smartphone, den Controller oder das Laufband beiseitelegen.

    Achte darauf, auf welche Weise Satan deine Berufung durch kurze und einfache Vergnügungen untergraben könnte. Vielleicht musst du diese Dinge nicht völlig aufgeben, aber begrenzen und Wege finden, andere Menschen darin an deinem Leben teilhaben zu lassen. Sei kreativ und mache Jünger beim College-Basketball, beim Kochen oder bei Call of Duty, anstatt wegen dieser Dinge Gottes Auftrag zu vernachlässigen.

    2. Sag ja zu Spontanem

    Es ist einfach eine Tatsache: Die Ehe tötet Spontanität. Nicht vollständig, aber in großem Maß. Wenn du das noch nicht gelernt hast, bezweifle ich, dass viele deiner spontanen Freunde verheiratet sind.

    Eine deiner größten geistlichen Gaben als Single ist dein „Ja“. Ja zu einem spontanen Telefonat. Ja zu einem Kaffee. Ja dazu, beim Umzug zu helfen. Ja dazu, einzuspringen, wenn jemand krank ist. Ja zu einem nächtlichen Kinobesuch oder einer besonderen Veranstaltung in der Stadt. Du hast die unglaubliche Freiheit, „Ja“ zu sagen, wenn verheiratete Menschen die Frage oft nicht einmal stellen können. Wenn es keinen Ehepartner gibt, kannst du ihn auch nicht durch selbstlose, spontane Entscheidungen verletzen oder übergehen. Sei bereit, „Ja!“ zu sagen und andere zu segnen, auch dann, wenn du nicht immer Lust dazu hast.

    3. Übe Selbstlosigkeit, solange du noch allein bist.

    „Tut nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht nur auf das Seine, sondern auch auf das, was dem anderen dient“ () wird in der Ehe nur noch schwerer umzusetzen sein, also übe es jetzt.

    Denke an ein paar Personen oder Familien, für die du dein Leben als Single hingeben könntest. Niemand erwartet von dir, dass du dich jetzt schon um andere kümmerst oder für sie sorgst, niemand außer Gott. Sei also aufmerksam für die Bedürfnisse anderer, besonders in der Gemeinde, und überlege, wie du beitragen kannst. Das kann Geld sein oder Essen oder einfach Zeit und Energie. Vielleicht vor allem Zeit und Energie. Unabhängig von deinem Einkommen hast du viel empfangen. Setze es weise und großzügig für die Bedürfnisse anderer ein.

    Finanziell versorgst du nur eine Person. Klar, spare in einem gesunden Maß für Zeiten, in denen du mehr brauchen wirst, aber solange du wartest, suche nach Möglichkeiten, andere zu unterstützen. Während du keine Einkäufe für fünf Personen, kein Abendessen für zwei und keine endlosen Windeln bezahlen musst, kannst du dein Budget nutzen, um zu segnen und Gewohnheiten und Haltungen des Opfers für andere zu entwickeln. Das wird deinem zukünftigen Ehepartner enorm dienen und gleichzeitig Jesus für die Menschen um dich herum auf schöne Weise sichtbar machen.

    4. Tu radikale, zeitaufwendige Dinge für Gott.

    So wie du frei bist, spontan „Ja“ zu sagen, bist du auch in der Lage, „Ja“ zu Dingen zu sagen, die mehr von dir verlangen, als ein verheirateter Mensch sich leisten kann. Träume größere, kostspieligere Träume. Starte ein tägliches Gebetstreffen oder eine regelmäßige Evangelisationsaktion. Verpflichte dich zu mehreren Jüngerschaftsbeziehungen. Organisiere ein neues, christuszentriertes Projekt für soziale Dienste. Tu all das oben Genannte. Du wärst überrascht, wozu du und deine alleinstehenden Freunde mit Gottes Geist in euch wirklich fähig seid, besonders wenn ihr gemeinsam träumt und arbeitet.

    Sei radikal, aber nicht rücksichtslos. Es geht nicht darum, dich gefährlich zu überlasten, also triff Entscheidungen im Gebet und in Gemeinschaft mit Menschen, die dich lieben und dir auch sagen können: „Nein.“ Mein Eindruck ist jedoch, dass die meisten unverheirateten Gläubigen mehr geben oder tun könnten, als sie es derzeit tun.

    5. Verbringe Zeit mit verheirateten Menschen

    Je länger du nicht verheiratet bist, desto mehr Zeit hast du, von den Erfolgen und Fehlern anderer Menschen über die Ehe zu lernen. Auch wenn du deine eigenen ehelichen Fehltritte und Sünden nicht vermeiden kannst, kannst du die Wahrscheinlichkeit von kleinen und großen Erfolgen durchaus erhöhen, indem du vorher ein guter Schüler bist.

    Suche nach Möglichkeiten, regelmäßig Teil des Lebens und der Familie verheirateter Menschen zu sein. Wenn du nicht genug in ihrer Nähe bist, um irgendeine Unordnung oder Unvollkommenheit zu sehen, bist du vielleicht nicht genug in ihrer Nähe. Dränge dich nicht auf, aber scheue dich auch nicht, das Gespräch zu beginnen. Es kann so einfach sein wie ein gemeinsames Mittagessen nach dem Gottesdienst am Sonntag. Mach es ihnen leicht, „Ja“ zu sagen, indem du ein williger und dienender Mensch bist. Biete an, beim Babysitten für einen Date-Abend zu helfen oder Gartenarbeit zu übernehmen oder eine Mahlzeit zu bringen, wenn ein Kind krank wird.

    Dann werde ein Schüler. Beobachte genau. Stelle Fragen. Mach dir Notizen darüber, was du nachahmen kannst. Bleibe in all deinen Beobachtungen demütig und freundlich (wenn du deine zukünftige Ehe sehen könntest, wäre das weniger schwierig). Während unser Verstand und unser Herz durch die Schrift auf die Ehe hin geformt werden, brauchen wir Beispiele für fehlerhafte, aber treue Ehen. Solche fortlaufenden Beziehungen machen die Prinzipien und Lektionen real und wiederholbar.

    6. Verbringe Zeit mit unverheirateten Leuten

    Während verheiratete Menschen eine wichtige Perspektive und ein Beispiel bieten, brauchst du auch Menschen in deinem Leben, die dieselben Gefühle, Sehnsüchte und Versuchungen erleben wie du. Du solltest Menschen suchen und in sie investieren, die dieselben Fragen stellen wie du und ebenfalls versuchen, diese besondere Zeit des Ledigseins zur Ehre Jesu bestmöglich zu nutzen.

    Denk darüber nach: Obwohl er nie verheiratet war, hat Paulus den größten Teil seines Dienstes nicht allein getan. Finde vertrauenswürdige, begabte und missionsorientierte Freunde in deinem Leben und rechne einander zur Verantwortung, euer Leben als Nicht-Verheiratete für das Reich Gottes fruchtbar zu machen. Jesus nachzufolgen war nie dazu gedacht, es allein zu tun, auch nicht in der Zeit des Singledaseins.

    7. Finde deinen Partner an der Front

    Statt es zu deiner Mission zu machen, zu heiraten, mache es zu deiner Mission, Gottes weltweite Sache und die Ausbreitung des Evangeliums dort voranzutreiben, wo du bist, und suche nach jemandem, der dieselbe Ausrichtung hat. Wenn du jemanden heiraten möchtest, der leidenschaftlich Jesus liebt und ihn bekannt macht, ist es wahrscheinlich am besten, dich in eine Gemeinschaft von Menschen zu stellen, die genau dafür leben.

    Schließe dich einer Kleingruppe an, nicht nur einer Gruppe von alleinstehenden Christen, sondern einer, die gemeinsam aktiv Mission betreibt. Engagiere dich in einem Dienst deiner Gemeinde, der Menschen im lokalen Umfeld erreicht. Konzentriere dich auf die Ernte, und du wirst wahrscheinlich auch einen passenden „Helfer“ finden.

    8. Hoffe mehr auf Jesus als auf die Ehe während du wartest

    Mach es zuerst wahr. Verbringe viel Zeit damit, deine Seele an all dem zu sättigen, was Gott dir in Jesus geworden ist. Und dann hab den Mut, es auch auszusprechen, wenn alles, worüber andere reden wollen, dein Liebesleben ist. „Gibt es gerade eine Frau in deinem Leben?“ „Seid ihr beide ein Paar?“ „Sie ist wirklich ein tolles Mädchen. Was hältst du von ihr?“ „Wärst du bereit, mit der Cousine der Mitbewohnerin der Schwester meiner Frau auszugehen?“ Auch verheiratete Menschen haben ihre festgelegten Rollen und Erwartungen.

    Nutze dieses unangenehme Small Talk als Gelegenheit, Menschen auf den Bräutigam hinzuweisen, der dein ewiges Glück erkauft hat, im Leben und im Tod, in Krankheit und Gesundheit, in der Ehe oder im „Noch-Nicht-Vergeben“- Status.

    Wenn du dich also einsam oder entmutigt in deinem Single-Sein fühlst, erinnere dich daran: Wenn du gerettet bist, bist du auch gesandt. Warte nicht bis zu deinem Hochzeitstag, um mit dieser Aufgabe zu beginnen, sondern nutze diese noch-nicht-verheiratete Lebenszeit bestmöglich.


    Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Ronny Käthler. Mehr Ressourcen von Desiring God.

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    Über den Autor

    Marshall Segal

    Marshall Segal

    Autor

    Marshall Segal ist Präsident und CEO von Desiring God. Er ist der Autor von Not Yet Married: The Pursuit of Joy in Singleness & Dating. Er ist Absolvent des Bethlehem College and Seminary und dient als Ältester in der Cities Church. Er und seine Frau Faye haben drei Kinder und leben in Minneapolis.

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