In einem ausführlichen Video-Interview spricht John Lennox über Künstliche Intelligenz, Transhumanismus, Atheismus und die Frage, warum der christliche Glaube für ihn mehr ist als Religion. Besonders auffällig: Gastgeber Steven Bartlett zeigt sich sichtbar beeindruckt von der Ruhe und inneren Zufriedenheit christlicher Gesprächspartner.
Der Oxford-Mathematiker und christliche Denker John Lennox hat in einem Gespräch mit Steven Bartlett eindringlich vor einer Entwicklung gewarnt, in der Künstliche Intelligenz zunehmend religiöse Züge annimmt. Schon heute, so Lennox, gebe es Menschen, die KI beinahe wie eine göttliche Instanz behandelten. Systeme wirkten allwissend, seien über das Internet überall verfügbar und würden von manchen Menschen bereits wie ein Ersatz für Gott genutzt.
Lennox sieht darin eine gefährliche Verschiebung: Der Mensch laufe Gefahr, Maschinen Eigenschaften zuzuschreiben, die sie nicht besitzen. „Maschinen denken nicht“, betont er im Gespräch. Sie hätten kein Bewusstsein, keine Emotionen und kein echtes Verstehen. Gerade deshalb sei es gefährlich, Roboter oder KI-Systeme so zu behandeln, als seien sie bewusste Wesen.
Neben der KI-Debatte entwickelte sich das Gespräch zunehmend zu einer persönlichen Auseinandersetzung über Glauben, Sinn und Hoffnung. Bartlett, der sich selbst als agnostisch beschreibt, zeigte sich besonders von Lennox’ innerer Ruhe beeindruckt. Gegen Ende des Interviews sagte er:
„John, thank you. One of the um one of the most compelling arguments for uh God that you’ve presented and your way of seeing the world in being is not actually necessarily anything you’ve written in your books or not not necessarily anything you’ve said. It is it is actually you! You have a certain peace and contentment that I rarely see in people that I interview but I often see and I’ve almost always seen in the Christians that I’ve interviewed and this is a interesting phenomenon for me.“
Deutsche Übersetzung: „John, vielen Dank. Eines der überzeugendsten Argumente für Gott, das du vorgebracht hast, und deine Art, die Welt zu sehen, ist eigentlich nicht unbedingt etwas, das du in deinen Büchern geschrieben hast, oder nicht unbedingt etwas, das du gesagt hast. Es ist – es bist tatsächlich du selbst! Du strahlst eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit aus, die ich bei den Menschen, die ich interviewe, selten sehe, die ich aber oft – ja, fast immer – bei den Christen sehe, die ich interviewt habe, und das ist für mich ein interessantes Phänomen.“
Bartlett verwies dabei auch auf frühere christliche Gesprächspartner, darunter Wesley Huff. Auch dort habe er eine ähnliche Wirkung wahrgenommen:
„I interviewed Wesley Huff recently. Do you know Wesley Huff? […] He was very much he gave me the same feeling as you just like feels like a really happy person very sort of content rounded“
Deutsche Übersetzung: „Ich habe kürzlich Wesley Huff interviewt. Kennst du Wesley Huff? […] Er hat mir genau denselben Eindruck vermittelt wie du – er wirkt einfach wie ein wirklich glücklicher Mensch, sehr ausgeglichen und rundum zufrieden.“
Lennox erklärte diese innere Ruhe mit seinem Glauben an Christus. Für ihn sei Christentum nicht zuerst ein Regelwerk oder eine moralische Leistung, sondern eine Beziehung, die auf Vergebung und Gnade beruhe. Christus biete ihm etwas, das keine andere Weltanschauung in gleicher Weise gebe: Frieden, Vergebung und Hoffnung über den Tod hinaus.
Auch die Frage nach Leid, Ungerechtigkeit und Zweifel wurde offen angesprochen. Bartlett stellte kritische Fragen zu Hölle, Geburt, religiöser Prägung und menschlichem Leiden. Lennox wich diesen Einwänden nicht aus, sondern räumte ein, dass es keine einfachen Antworten gebe. Für ihn bleibe jedoch das Kreuz Christi der zentrale Hinweis darauf, dass Gott dem Leid nicht fern geblieben sei.
Am Ende verband Lennox seine Warnung vor einer technisierten Zukunft mit einem Appell an echte Hoffnung. Die Welt brauche, sagte er, „eine reale Grundlage für Hoffnung, die diese Welt übersteigt“. Diese Hoffnung finde er allein in Christus und im christlichen Glauben.
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