Die historische Evidenz für die Auferstehung Christi ist sehr überzeugend. Gelehrte wie William Lane Craig, J.P. Moreland, Gary Habermas und andere haben die Beweise dafür besonders gründlich dargelegt.1 Ziel dieses Artikels ist es, eine Art Synthese einiger ihrer zentralen Argumente zu präsentieren und die Stärke der historischen Evidenz für die Auferstehung Christi aufzuzeigen.
Eine heute häufig verwendete Methode zur Bestimmung der Historizität eines Ereignisses ist die „Schlussfolgerung auf die beste Erklärung“. William Lane Craig beschreibt diesen Ansatz folgendermaßen: „Wir gehen von den uns zur Verfügung stehenden Beweisen aus und leiten dann ab, welche Erklärung – falls sie wahr wäre – die beste Erklärung für diese Beweise liefern würde.“ Mit anderen Worten: Wir sollten ein Ereignis als historisch akzeptieren, wenn es die beste Erklärung für die damit verbundenen Beweise bietet.
Betrachtet man die Beweise, dann wird die Wahrheit der Auferstehung als beste Erklärung sehr deutlich. Es gibt keine andere Theorie, die auch nur annähernd eine vergleichbare Erklärung für die vorhandenen Daten liefert. Daher gibt es solide historische Gründe dafür, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist.
Es ist wichtig zu betonen, dass wir zur Begründung der Historizität der Auferstehung nicht voraussetzen müssen, dass das Neue Testament von Gott inspiriert oder gar vertrauenswürdig ist. Auch wenn ich persönlich davon überzeugt bin, werden wir uns hier auf drei Tatsachen konzentrieren, die selbst von kritischen Gelehrten anerkannt werden. Anders gesagt: Diese drei Tatsachen sind so gut belegt, dass sie von Historikern unterschiedlichster Überzeugungen akzeptiert werden. Jede Theorie muss daher in der Lage sein, diese Daten angemessen zu erklären.
Die drei Tatsachen sind:
Nahezu alle Gelehrten, die sich mit der Auferstehung befassen – unabhängig von ihrer theologischen Ausrichtung –, stimmen diesen drei Tatsachen zu. Wir werden sehen, dass die Auferstehung Christi die beste Erklärung für jede einzelne dieser Tatsachen bietet. Doch noch bedeutsamer ist: Wenn wir diese Fakten gemeinsam betrachten, ergibt sich ein noch überzeugenderes Argument für die Auferstehung. Denn ein Skeptiker müsste nicht nur eine historische Tatsache erklären, sondern gleich drei. Diese drei Wahrheiten bilden ein fest verflochtenes Seil aus drei Strängen, das nicht zerrissen werden kann.
Zunächst stellt sich die Frage: Welche Beweise gibt es dafür, dass das Grab, in dem Jesus bestattet wurde, am Sonntag nach der Kreuzigung von einer Gruppe Frauen leer vorgefunden wurde?
Aufgrund der überzeugenden Beweise für das leere Grab bestreiten es die meisten modernen Gelehrten nicht mehr. D.H. Van Daalen bemerkt: „Es ist äußerst schwierig, das leere Grab auf historischer Grundlage zu bestreiten; diejenigen, die es leugnen, tun dies aus theologischen oder philosophischen Annahmen heraus.“ Der Neutestamentler Jacob Kremer, ein Spezialist für die Auferstehungsforschung, schreibt: „Die weitaus meisten Exegeten halten entschieden an der Zuverlässigkeit der biblischen Aussagen über das leere Grab fest.“ Er führt 28 Gelehrte an, um diese Aussage zu untermauern.
Du hast sicherlich schon von den verschiedenen Theorien gehört, mit denen versucht wurde, das leere Grab zu erklären – zum Beispiel, dass der Leichnam gestohlen wurde. Doch diese Theorien werden heute von allen ernstzunehmenden Gelehrten belächelt. Tatsächlich gelten sie seit fast hundert Jahren als widerlegt und überholt.
Zum Beispiel hatten weder die Juden noch die Römer ein Motiv, den Leichnam zu stehlen. Ihr Ziel war es, das Christentum zu unterdrücken, nicht es zu fördern, indem sie durch ein leeres Grab den Glauben an die Auferstehung bekräftigten. Auch die Jünger hätten keinen Grund gehabt, den Leichnam zu stehlen. Wegen ihrer Verkündigung der Auferstehung wurden sie verfolgt, geschlagen und getötet. Warum sollten sie all das für eine bewusste Lüge ertragen? Kein Mensch setzt freiwillig sein Leben aufs Spiel für etwas, von dem er weiß, dass es erfunden ist.
Daher hält heute kein ernsthafter Gelehrter mehr an diesen alten Theorien fest. Aber welche Erklärung bieten die Kritiker dann an? William Lane Craig stellt fest: „Sie geben offen zu, dass sie keine Erklärung anzubieten haben. Es gibt heute einfach keine plausible natürliche Erklärung für das leere Grab Jesu. Wenn wir die Auferstehung Jesu leugnen, bleiben wir mit einem unerklärlichen Rätsel zurück.“
Die Auferstehung Jesu ist nicht nur die beste Erklärung für das leere Grab – sie ist die einzige Erklärung!
Ein weiteres entscheidendes Indiz ist die Tatsache, dass die Jünger Jesu reale Erlebnisse mit jemandem hatten, den sie für den auferstandenen Christus hielten. Dies wird heute kaum noch bestritten, denn wir haben das Zeugnis der ursprünglichen Jünger selbst, dass sie Jesus lebendig wieder gesehen haben. Und um dies zu glauben, muss man nicht einmal die Evangelien für zuverlässig halten.
In überliefert Paulus ein frühchristliches Glaubensbekenntnis, das von Jesu Tod, Begräbnis und den Erscheinungen des Auferstandenen berichtet – und das viel älter ist als der Brief, in dem Paulus es niederschreibt:
„Denn ich habe euch zuallererst das überliefert, was auch ich empfangen habe: Dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften, und dass er begraben wurde, und dass er am dritten Tag auferweckt worden ist nach den Schriften, und dass er dem Kephas erschien, dann den Zwölfen. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal …“
Kritische Gelehrte sind sich weitgehend einig, dass Paulus dieses Bekenntnis von Petrus und Jakobus etwa drei bis fünf Jahre nach der Kreuzigung erhalten hat. Nun werden aber Petrus und Jakobus selbst in diesem Bekenntnis als Zeugen der Auferstehung genannt. Da sie es Paulus überliefert haben, bedeutet das: Sie selbst haben es bezeugt. Der jüdische Gelehrte Pinchas Lapide bemerkt daher zu diesem Bekenntnis: Es „kann als eine Aussage von Augenzeugen betrachtet werden.“
Nun erkenne ich an, dass die bloße Tatsache, dass die Jünger glaubten, Jesus gesehen zu haben, nicht automatisch bedeutet, dass sie ihn tatsächlich gesehen haben. Es gibt drei mögliche Erklärungen:
Sie logen. Welche dieser Möglichkeiten ist am wahrscheinlichsten? Waren sie Lügner? Nach dieser Theorie wussten die Jünger, dass Jesus nicht wirklich auferstanden war, doch sie erfanden die Geschichte von der Auferstehung. Aber warum hätten dann zehn der Jünger freiwillig als Märtyrer für ihren Glauben an die Auferstehung sterben sollen? Es ist wahr, dass Menschen manchmal für eine Lüge sterben, die sie für die Wahrheit halten. Aber wenn Jesus nicht auferstanden wäre, dann wussten die Jünger das. Sie wären also nicht für eine Lüge gestorben, von der sie fälschlicherweise annahmen, dass sie wahr sei – sondern für eine Lüge, die sie selbst erfunden hatten.
Würden zehn Menschen ihr Leben für eine bewusste Lüge opfern? Das ist äußerst unwahrscheinlich. Dazu kommt, dass wir aus der Geschichte spätestens seit Watergate wissen, wie schwer es ist, eine Lüge langfristig geheim zu halten. [Nach den Enthüllungen rund um Watergate bemerkt Chuck Colson, der selbst darin verwickelt war: „Niemand kann mir erzählen, dass zwölf Fischer aus Galiläa eine Lüge jahrzehntelang unter Folter und Verfolgung hätten aufrechterhalten können.“ Anm. d. Ü.]
Weil die Theorie, dass die Jünger gelogen haben, so absurd ist, stimmen heute nahezu alle Gelehrten darin überein, dass die Jünger zumindest glaubten, Jesus sei ihnen erschienen. Doch nur weil jemand etwas glaubt, heißt das nicht automatisch, dass es auch wahr ist. Vielleicht waren die Jünger einfach getäuscht – durch eine Halluzination?
Sie halluzinierten.
Die Jünger glaubten, dass sie den auferstandenen Jesus gesehen haben, weil sie ihn wirklich gesehen haben.
Das bedeutet: Allein die Erscheinungen des Auferstandenen beweisen die Auferstehung. Wenn wir die Auferstehung ablehnen, stehen wir nun vor einem zweiten unerklärlichen Rätsel – erst das leere Grab, nun die Erscheinungen.
Schließlich ist die Existenz der christlichen Kirche ein starkes Indiz für die Auferstehung. Warum? Weil selbst die skeptischsten Bibelwissenschaftler zugeben, dass die Jünger zumindest glaubten, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Aber wie lässt sich dieser Glaube erklären? William Lane Craig weist darauf hin, dass es drei mögliche Ursachen gibt: christliche, heidnische oder jüdische Einflüsse.
Könnte es christliche Einflüsse gewesen sein? Craig schreibt: „Da der Glaube an die Auferstehung selbst das Fundament des Christentums war, kann er nicht als späteres Produkt des Christentums erklärt werden.“ Weiterhin, wie bereits gezeigt, wären die Jünger, wenn sie sich das ausgedacht hätten, Betrüger und Lügner – zwei Alternativen, die wir beide als falsch erwiesen haben. Es wurde auch gezeigt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie diese Überzeugung halluziniert haben.
Aber was ist mit heidnischen Einflüssen? Es wird doch oft darauf hingewiesen, dass es zur Zeit des Christentums viele Mythen über sterbende und auferstehende Gottheiten gab. Könnten die Jünger durch diese Mythen in die Irre geführt worden sein und diese in ihre eigene Lehre von der Auferstehung Christi übernommen haben? Tatsächlich haben ernsthafte Gelehrte diese Theorie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu einstimmig abgelehnt, und zwar aus mehreren Gründen.
Auch jüdische Einflüsse können den Glauben an die Auferstehung nicht erklären. Das Judentum des 1. Jahrhunderts hatte kannte die Vorstellung von einer einzelnen Person, die in der Geschichte von den Toten aufersteht, nicht. Das jüdische Konzept war stets ein kollektives, nämlich, dass alle Menschen am Ende der Zeit gemeinsam auferstehen würden. Die Idee, dass eine einzelne Person mitten in der Geschichte aufersteht, war ihnen fremd. Daher hätte das Judentum jener Zeit niemals die Auferstehungshypothese hervorgebracht.
Dies ist auch ein weiteres gutes Argument gegen die Theorie, dass die Jünger halluziniert haben. Psychologen sagen, dass Halluzinationen nichts Neues enthalten können – das heißt, sie können keine Ideen enthalten, die nicht bereits irgendwie im eigenen Kopf vorhanden sind. Da die frühen Jünger Juden waren, hatten sie keine Vorstellung davon, dass der Messias mitten in der Geschichte von den Toten aufersteht. Daher hätten sie niemals von einer Auferstehung Christi halluziniert. Sie hätten vielleicht halluziniert, dass er – wie der Prophet Elija im Alten Testament – direkt in den Himmel aufgenommen wurde, aber sie hätten niemals eine Auferstehung halluziniert.
Wir sehen also, dass, wenn die Auferstehung nicht stattgefunden hat, es keinen plausiblen Weg gibt, den Ursprung des Christentums zu erklären. Wir würden mit einem dritten unerklärlichen Geheimnis zurückgelassen werden.
Dies sind drei unabhängig belegte Fakten, die wir festgestellt haben. Wenn wir die Auferstehung leugnen, bleiben uns zumindest drei unerklärliche Rätsel. Aber es gibt eine viel, viel bessere Erklärung als ein schwaches Verweisen auf ein Rätsel oder eine weit hergeholte Theorie von einem gestohlenen Körper, Halluzinationen und Mysterienreligionen. Die beste Erklärung ist, dass Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist! Selbst wenn wir jedes Faktum einzeln betrachten, haben wir bereits genügend Beweise. Aber zusammen betrachtet, sehen wir, dass die Beweise noch stärker werden. Beispielsweise: selbst wenn zwei dieser Fakten auf irgendeine Weise erklärt werden könnten, würde immer noch das dritte Faktum übrig bleiben, das die Auferstehung bestätigt.
Diese drei unabhängig belegten Fakten machen alternative Erklärungen auch weniger plausibel. Es wird allgemein anerkannt, dass die Erklärung mit dem besten Erklärungsumfang akzeptiert werden sollte. Das heißt, die Theorie, die die meisten Beweise erklärt, ist wahrscheinlicher wahr.
Die Auferstehung ist die einzige Hypothese, die alle Beweise erklärt. Wenn wir die Auferstehung leugnen, müssen wir drei unabhängige natürliche Erklärungen finden, nicht nur eine. Zum Beispiel müsste man vorschlagen, dass die Juden den Körper gestohlen haben, dann die Jünger halluziniert haben und schließlich irgendwie die heidnischen Mysterienreligionen ihre Überzeugungen beeinflussten, sodass sie an eine Auferstehung dachten. Aber wir haben bereits die Unwahrscheinlichkeit solcher Theorien gesehen. Und der Versuch, diese zu kombinieren, wird die Sache nur noch schlimmer machen. Wie Gary Habermas gesagt hat: „Das Kombinieren von drei unwahrscheinlichen Theorien wird keine wahrscheinliche Erklärung liefern. Es wird tatsächlich den Grad der Unwahrscheinlichkeit erhöhen. Es ist, als würde man undichte Eimer ineinander stellen und hoffen, dass jeder die Lecks im anderen stopft. Am Ende bekommt man nur ein nasses Durcheinander.“
Bevor wir kurz die Implikationen der Auferstehung untersuchen, möchte ich einen Blick auf vielleicht die populärste Theorie heute werfen, die gegen die Auferstehung spricht – nämlich dass es sich um eine Legende handelt, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Die Fakten, die wir bisher festgestellt haben, sind jedoch ausreichend, um die Idee einer Legende zu widerlegen.
Da sowohl Jerusalem als auch Paulus zentrale Figuren im Buch der Apostelgeschichte sind, scheint es seltsam, dass ihr Tod in dem Werk nicht erwähnt wird. Die beste Erklärung scheint zu sein, dass der Tod von Paulus und die Zerstörung Jerusalems ausgelassen wurden, weil das Buch der Apostelgeschichte bereits vor diesen Ereignissen abgeschlossen war. Das bedeutet, dass die Apostelgeschichte vor 64 geschrieben wurde, als Paulus starb. Da die Apostelgeschichte der zweite Band von Lukas’ Schriften ist, und das Evangelium des Lukas der erste, wurde das Evangelium des Lukas also noch früher geschrieben, vielleicht um 62. Da die meisten Gelehrten zustimmen, dass Markus das erste Evangelium war, müsste dieses sogar noch früher verfasst worden sein, vielleicht in den späten 50er Jahren. Das bringt uns in die Zeit von zwanzig Jahren nach den Ereignissen, was nicht genug Zeit für die Entwicklung von Legenden ist. Daher ist die Legendentheorie nicht sehr plausibel.
Auf der Grundlage der Beweise, die wir gesehen haben, scheint es mir, dass die Auferstehung die beste Erklärung ist. Sie erklärt das leere Grab, die Erscheinungen des auferstandenen Christus und die Existenz der christlichen Kirche. Keine andere konkurrierende Theorie kann alle drei dieser Fakten erklären. Tatsächlich kann keine dieser konkurrierenden Theorien überhaupt eine zufriedenstellende Erklärung auch nur für einen dieser Fakten bieten. Der rationale Mensch muss akzeptieren, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist.
Abschließend müssen wir uns jedoch fragen, welche Implikationen das hat. Warum ist das wichtig? Oder ist das nur ein trockenes, verstaubtes Stück Geschichte, das keine Relevanz für unser Leben hat? Ich glaube, dass die Auferstehung die wichtigste Wahrheit der Welt ist. Sie hat weitreichende Auswirkungen auf unser Leben.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
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Über den Autor
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Matt Perman ist Direktor für Berufsberatung am The King's College NYC, Blogger und Autor.
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