Einleitung: Am Anfang war das Wort […] und das Wort war Gott.
Der Vers „Am Anfang war das Wort“ (Johannes 1:1) hat seit Jahrhunderten Theologen, Linguisten und Philosophen gleichermaßen fasziniert. Diese Aussage verbindet die Theologie der jüdischen Schöpfungsgeschichte mit hellenistischen Konzepten des Logos und wird als Schlüsseltext in der Diskussion über die Göttlichkeit Jesu Christi betrachtet. Die Debatte wird zusätzlich kompliziert durch unterschiedliche Interpretationen des griechischen Textes, insbesondere in Bezug auf die qualitative Bedeutung von „theos“ (Gott). In diesem Artikel untersuchen wir Johannes 1:1 unter besonderer Berücksichtigung der sprachlichen Präzision und theologischen Implikationen.
1. Der Text von Johannes 1:1 – Übersetzungsfehler?
Im griechischen Original lautet der Vers:
Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν, καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος. (En archē ēn ho logos, kai ho logos ēn pros ton theon, kai theos ēn ho logos.)
Die übliche deutsche Übersetzung lautet:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“
Die drei Teilsätze dieses Verses sind entscheidend für die Theologie des Johannesevangeliums: Sie thematisieren die Präexistenz, die Beziehung des Logos zu Gott und seine Göttlichkeit. In vereinzelten Übersetzungen findet sich eine Abweichung: „und das Wort war ein Gott“. Inwiefern diese Übersetzung möglich ist, wird nachfolgend behandelt.
2. Historischer Kontext
Johannes schrieb sein Evangelium vermutlich zwischen 90 und 110 n. Chr., in einer Zeit, in der die frühe Kirche mit theologischen Herausforderungen wie Gnostizismus konfrontiert war. Der Gnostizismus, eine dualistische Strömung, lehrte oft, dass die materielle Welt und der Schöpfergott minderwertig oder böse seien, was im Gegensatz zur biblischen Vorstellung eines guten Schöpfers stand. Johannes stellt dem gnostischen Weltbild eine radikale Botschaft entgegen: Der Logos, der Schöpfer des Universums, wurde Fleisch und lebte unter den Menschen (Johannes 1,14).
Der Begriff Logos war sowohl im jüdischen als auch im griechischen Denken von Bedeutung und verband diese unterschiedlichen kulturellen und theologischen Welten:
Im jüdischen Kontext wird das Wort Gottes (hebräisch: „dabar“) oft als Instrument der Schöpfung und Offenbarung beschrieben. So schuf Gott in Genesis 1 durch sein Wort das Universum, und Psalm 33,6 betont: „Durch das Wort des Herrn sind die Himmel gemacht.“ In den aramäischen Targumim wurde dieser Gedanke weiterentwickelt: Die „Memra“ (aramäisch für „Wort“) repräsentiert Gottes Handeln und Präsenz in der Welt, besonders in der Schöpfung, Offenbarung und Erlösung.
„„Das Wort des HERRN“ wurde Mose am brennenden Dornbusch offenbart (Tg. Neof. ; 4:1 [mg.]); „das Wort des HERRN“ rief und sprach zu Mose (Tg. Neof. , 14 [mg.]; 4:2 [mg.], 6 [mg.], 11 [mg.], 21 [mg.]; Frg. Tgs. P, V ), und Mose verbarg sein Gesicht, weil er sich fürchtete, „die Herrlichkeit der Schechina des HERRN“ anzuschauen (Tgs. Neof. und Ps.-J. ; Tg. Onq. schreibt „die Herrlichkeit des HERRN“).“ (Ronning, J. (2011). The Jewish Targums and John’s Logos Theology (S. 52–53). Baker Academic.)
In der griechischen Philosophie wurde der Logos als Prinzip der kosmischen Ordnung betrachtet. Heraklit verstand den Logos als das rationale Prinzip, das das Universum regiert, während die Stoiker ihn als universelle Vernunft sahen, die alles durchdringt und verbindet. Philo von Alexandria, ein jüdisch-hellenistischer Philosoph, kombinierte diese Konzepte und beschrieb den Logos als Vermittler zwischen dem transzendenten Gott und der materiellen Welt.
Johannes antwortet auf diese Traditionen und erklärt, dass der Logos nicht nur ein Prinzip, sondern eine Person ist: Jesus Christus.
„Gemeinschaft und Einheit sind zwei kompatible Seiten des ewigen Gottes. Johannes 1:1 bildet den Beginn der christlichen Reflexion über das Konzept der Dreieinigkeit.“ (Borchert, 1996, S. 106)
Johannes 1:1 enthält mehrere sprachlich bemerkenswerte Aspekte, insbesondere die Formulierung „καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος“ (kai theos ēn ho logos). Laut Daniel Wallace folgt diese Konstruktion der griechischen Grammatikregel von Colwell und weist auf die qualitative Natur von „theos“ hin:
„En archē ēn ho logos“ (Im Anfang war das Wort): Der Bezug zur Schöpfungsgeschichte in Genesis 1:1 betont die Präexistenz des Logos.
„Kai ho logos ēn pros ton theon“ (und das Wort war bei Gott): Das griechische „pros“ impliziert eine enge Beziehung und dennoch eine Unterscheidung zwischen dem Logos und Gott.
„Kai theos ēn ho logos“ (und das Wort war Gott): Die artikellose Verwendung von „theos“ unterstreicht die göttliche Natur des Logos, während die Wortstellung die Betonung auf die Qualität (Göttlichkeit) des Logos legt.
Quelle: Leedy, R. A. (2020). SBL Greek New Testament Sentence Diagrams. Faithlife.
3.2 Qualitative Bedeutung von „theos“
Wallace erklärt in seinem Werk Greek Grammar Beyond the Basics, dass die qualitative Kraft von „theos“ hier nicht bedeutet, dass der Logos ein „einfach göttliches Wesen“ ist, sondern dass der Logos vollständig göttlich ist. Wallace schreibt:
„Johannes 1:1 betont, dass die Person Christi nicht mit der Person des Vaters identisch ist, aber ihre Essenz ist identisch. Die Konstruktion, die der Evangelist gewählt hat, war die prägnanteste Möglichkeit, zu sagen, dass das Wort Gott ist und doch nicht die Person des Vaters.“ (Greek Grammar Beyond the Basics, S. 269)
Wallace stellt klar, dass der qualitative Gebrauch von „theos“ die volle Göttlichkeit des Logos hervorhebt, ohne ihn mit dem Vater zu identifizieren.
4. Shabir Allys Fehlinterpretation
Shabir Ally, ein bekannter islamischer Gelehrter, hat versucht, Wallace‘ Analysen zu nutzen, um zu behaupten, dass Johannes 1:1 lediglich eine „göttliche Qualität“ des Logos andeutet, nicht aber seine volle Göttlichkeit. Wallace weist diese Interpretation entschieden zurück:
„Ich bin schockiert, dass Shabir Ally dies sagt, da er doch über einen Abschluss in biblischen Studien verfügt. Er sollte besser wissen, wie man die Worte eines Autors im Kontext versteht. Mein Werk betont klar, dass die qualitative Aussage in Johannes 1:1 die volle Göttlichkeit Jesu Christi unterstützt.“
Wallace betont weiter, dass eine Übersetzung wie „das Wort war göttlich“ zwar grammatisch möglich wäre, aber die moderne Verwendung des Begriffs „göttlich“ oft missverstanden werde. Eine solche Formulierung könnte fälschlicherweise suggerieren, dass der Logos weniger als voll göttlich ist.
5. Theologische Implikationen
5.1 Präexistenz des Logos
Johannes 1:1 zeigt, dass der Logos vor der Schöpfung existierte („Im Anfang war das Wort“). Dies widerspricht jeder Vorstellung, dass Jesus Christus ein geschaffenes Wesen ist, wie es im Arianismus oder in den Lehren der Zeugen Jehovas behauptet wird.
5.2 Beziehung zwischen Logos und Gott
Die Aussage „und das Wort war bei Gott“ hebt die Trinitätslehre hervor, indem sie die enge Beziehung zwischen dem Vater und dem Logos beschreibt, ohne sie zu verwechseln.
5.3 Göttlichkeit des Logos
Die Formulierung „und das Wort war Gott“ unterstützt die Lehre von der vollen Göttlichkeit Jesu Christi. Wallace erklärt hierzu:
„Die Wortstellung in Johannes 1:1 ist ein klares Bekenntnis zur Trinitätslehre. Johannes drückt die volle Göttlichkeit Christi aus, während er eine Verwechslung mit der Person des Vaters vermeidet.“ (Greek Grammar Beyond the Basics, S. 269)
6. Exegetische Kontroversen
6.1 Übersetzung der Zeugen Jehovas
Die Neue-Welt-Übersetzung rendert den Vers mit „und das Wort war ein Gott“. Wallace und andere Linguisten kritisieren dies scharf, da es die qualitative Bedeutung von „theos“ missachtet und polytheistische Implikationen hat.
6.2 Alternative Übersetzungen
Einige Übersetzungen, wie die von James Moffatt („und das Wort war göttlich“), werden als weniger präzise angesehen, da sie die volle Göttlichkeit des Logos nicht eindeutig genug ausdrücken.
7. Fazit
Johannes 1:1 ist ein zentraler Vers, der die präexistente Göttlichkeit und Beziehung Jesu Christi zum Vater beschreibt. Die linguistische Präzision und die theologische Tiefe dieses Verses werden durch Daniel Wallaces Analysen klar hervorgehoben. Shabir Allys Fehlinterpretation zeigt die Bedeutung einer korrekten exegetischen Herangehensweise, die den Kontext und die grammatische Struktur berücksichtigt. Johannes 1:1 bleibt eine der kraftvollsten Aussagen über die Natur Jesu Christi und eine Grundlage der christlichen Theologie.
Literaturverweise
Wallace, Daniel B. Greek Grammar Beyond the Basics. Grand Rapids: Zondervan, 1996.
Borchert, G. L. (1996). John 1–11 (Bd. 25A, S. 102–106). Broadman & Holman Publishers.
Ronning, J. (2011). The Jewish Targums and John’s Logos Theology (S. 64). Baker Academic.
Aland, K., Aland, B., Karavidopoulos, J., Martini, C. M., & Metzger, B. M. (2012). Novum Testamentum Graece (28th Edition, Joh 1,1–3). Deutsche Bibelgesellschaft.
Leedy, R. A. (2020). SBL Greek New Testament Sentence Diagrams. Faithlife.
Interview mit Dan Wallace: From Islam to Christ. (2021b, Oktober 14). Shabir Ally caught LYING about John1:1 and Daniel Wallace [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=B9bxpmUWO6E
Guten Tag, grüß Gott,
Aus der Tatsache, daß ein Jesus damals mal gelebt habe, folgt nicht, daß er „menschgewordener Gott“ gewesen sein müsse.
Die Vorstellung, daß Gott in Menschengestalt (wieso dann nicht auch als Tier, Pflanze, Insekt wo die Menschen doch ihren Verstand&co oftmals nur gebrauchen um „tierischer als jede Tier zu sein“ (vgl. Goethe, Faust I) auftreten könne, stammt aus Indien, Lt. Leopold von Schroeder sei sie aufgebracht worden als Antwort auf die strahlende Figur des Buddha und insofern stammt sie aus der Zeit um 300 v. Chr. Das paßt auch noch zur zeitlichen Einordnung der Bhagavad Gita durch Prof. Richard Garbe, der – neben Anderen – eine Übersetzung der Bhagavad Gita ins Deutsche anfertigte. Gemäß Indischer Gekehrter sei die Bhagvad Gita aber wesentlich früher entstanden. (Ein Wissenschaftler der Neuzeit zig dazu die in jenen Schriften erwähnte Sternen-Konstellationen her, suchte bei den Gesetzen und Folgerungen der AstrophysikerInnen nach, wann jene Konstellationen letztmals aufgetreten gewesen wären und kam so zu gewissen Resultaten (Nunja, die Sternenkonstellationsangaben könnten ja auch später eingefügt worden sein…).
Aber unstrittig ist die Tatsache, daß es in der Zeit um 300 v. Chr. einerseits Alexander des „Großen“ irren Feldzug gab und infolge ein Grieche kleiner Teile in Indien als König regierte. Aus dessen Regentzeit stammen nunmal gefundende udnj eindeutig datierbare archäologische Funde, nämlich Münzen mit den griechischen Schriftzeichen und auch mit indischen Schriftzeichen. Insofern war und ist auch ein kultureller sowie philsophischer Austausch zwischen Indischen und Griechischen Philosphen nun,mal nicht ausschließbar.
Insofern ist zu vermuten, daß die Vorstellung der „Menschwerdung des jüdischen Gottes Jahwe“ in Gestalt jenes Jesus aus Nazareth, auf indische Vorstellungen, Thesen und eventuell ja auch „nur“ Machenschaften einiger Brahmanen zurückgeht.
In Indien gibt es allerdings auch die Vorstellung, daß Gott mal in Frauengestalt als Mensch aufgetreten sei, als Mohini.
Anders als im „Abendland“ bei Jesu ‚Christus‘ dann, war so ein menschgewordener Gott, so eine Inkarnation in Indien – zumindest auffallend oft – Prinz oder auch König und insofern stets auch eine Verkörperung weltlicher Macht. Allerdings sei diese Macht-Habung stets verbunden gewesen mit schier übernatürlicher Klugheit, Weisheit udgl.
Swami Praphupada, der Gründer der „Hare Krishna“-Aktivitäten, gebraucht in seiner Übersetzung des Bhagavatams im Zusammenhang mit Krishna oftmals die Ausdrucksweise „transzendente Persönlichkeit des Herrn“, womit er wohl das „Wort“ meint über das Johannes schrieb:
>>
…
184
Johannes 1
__________________________________________
Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Johannes
Der Prolog.
Das ewige Wort und das All.
*1 Im Anfang war das Wort,
Und das Wort war bei Gott,
Und das Wort war Gott.
2 Dies war im Anfang bei Gott.
3 Durch dieses ist alles geworden,
Und ohne es ward nichts von allem,
Was geworden ist.
4 In ihm war das Leben.
Und das Leben war das Licht der Menschen.
5 Das Licht leuchtet in der Finsternis;
Allein die Finsternis hat es nicht ergriffen.
…
<<
Rösch, P. Dr. Konstanatin, "Das Neue Testament", Übersetzt und erläutert von P. Dr. Konstanatin Rösch, O.M. Cap., Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn, Imprimatur Herbipoli, die 31.Juli 1946 Dr. Miltenberger vic.gen. Impimatur Congluentiae in Valle, die 2.Juli 1946 P. Rainerius O.F.M. Cap., Min. Prov., Seite 184.
Insofern wird also eher jenes "Wort" verehrt und nicht "Gott". Die Verehrung Gottes oder auch einer Göttin wird dabei eher nur als ein "Weg" zu jenem "Wort" verstanden, nachdem es doch von Anfang an gewesen sei, bei Gott und in Gott sei.
Das Wort, das die Transzendenz, die Unendlichkeit ausdrückt, (vgl. Das "AUM", Mandukya-Upanishade etwa in Shri Aurobindo's Übersetzung mit Gaudapada's sowie Shankrara's Kommentar; AUM ist Synonym für "Brahman", vgl. auch Kena-Upanishade mit Shankara's Kommentar) steht auch nach klassischen Indischen Vorstellungen keinesfalls in einem anderen Verhältnis zu Gott als wie es Johannes ausdrückte.
Um diesem "Brahman" nun näher zu kommen, es zu verwirklichen, es als "in sich", als "Mittelpunkt des Rades" (vgl. Buddha) zu erkennen und damit verbunden den Zustand der Erleuchtung zu erlangen, hielt es zB Pater Dr. Anslem Rixner (Benediktiner-Patre) gemäß einer existenten Biographie (Lipp, Prof. P. Matthias, "Erinnerungen an Prof. Dr. Anselm Thadd. Rixner", Programm zum Schlusse des Studienjahrs 1864/65. von P. Matthias Lipp, Professor in Metten, Druck der Thomann'schen Buchdrucker in Landshut, 1865 – Online nachlesbar ist via der Bay. Staatsbibliothek, …bsb-muenchen…) für sinnvoll ein "ruhig Werden vor Gott" zu praktizieren.
Auch im Zusammenhang mit Buddha gibt es Vorstellungen des "still und ruhig Werdens" per richtiger Meditation. Im Bereich Indischer Lehren wie den Upanishaden und Religionen, findet man ebenfalls derlei.
Pater Rixner hatte 1808 eine Teilübersetzung der lateinischen Ausgabe des Oupnek'hat herausgegeben und dabei ist va auch Chandogya-Upanishad's Lektion 7 "Nard bei Santkumar" (Online nachlesbar via der Bayerischen Staatsboibliothek) interessant, da es da um jenes Brahman geht, daß dich durch das Wort AUM (oftmals geschrieben als Om) ausgedrückt werde und welches aber es nicht nur ausdrücke, sondern es darüberhinaus auch selber sei (vgl. Johannes 1 … Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort…).
Bei Maharishi Mahesh Yogi (bei seiner Transzendenatalen Meditation geht es um eine Ruhe, die tiefer ist/sei als Tiefschlaf… seine Organisation ist allerdings – zurecht – durchaus umstritten und ua das Bundesverassungsgericht warnt davor) findet man im Anhang zu dessen unvollendet gebliebenem Versuch die Bhagavad Gita in Neuübersetzung mit seinem eigenen Kommentar herauszugeben im Zusammenhang mit den "Sechs Systemen Indischer Philosophie" Vedanta kurz&bündig die Aussage, daß Brahman unter dem Einfluß von Maya (=das Nicht-Seiende, vielfach auch als ua "Illusion" dargestellt) als persönlicher Gott erscheine; analog erscheine Atman unter dem Einfluß von Unwissenheit (Nichtwissen, insofern nicht Seiendem, nämlich nicht seiendem Wissen als Jiva, individuelles Geschöpf, zB Mensch. Die Identität von Atman und Brahman wird ua in der Kena-Upanishade mit Shankara's Kommentar erwähnt; auch Prof Dr. Deussen weist in Sechzig Upanishad's des Veda usw wiederholt darauf hin.
Bei Meditation gemäß Knaur's großem Buch der Heilmethoden ( Klein Prof. Dr. med. Gernot, und Hoffbauer, Dr.med.Gabi, u.a., "Grosses Buch der Heilmethoden", ISBN 3-426-66431-301 ) geht es um einen Zustand "entspannter Konzentriertheit" und insofern eben um das was Maharishi Mahesh Yogi (vor dem Entstehen jenes Buches) als "ruhevoll Wachheit", den Zustand des "Seins" (vgl,. "Wissenschaft vom Sein und Kunst des Lebens" bezeichnete. Pater Rixner übersetzte "brahman" mit "Seyn", sodaß das auffallend genau zusammenpaßt.
Dr. Franz Lorinser hab 1869 eine Übersetzung der Bhagavad Gita ins Deutsche (in Versform) heraus, von der allerdings Prof Dr. Paul Deussen nicht allzu viel hielt.
Allerdings gefällt mir jenes Werk von Dr. Lorinser durchaus und seine Bemühungen, die in seinen Anmerkungen zum Ausdruck kommen, halte ich für durchaus sehr hilfreich.
Dr Lorinser vertrat den Standpunkt, daß in der Bhagavad Gita vieles zu finden seil, was aus dem Christlichen entlehnt sei. Als Prof Deussen im Rahmen seiner 60 monatigen Indienreise die (angebliche) Geburtsstadt des Krishna besuchte, sei er etwas angewidert gewesen, von einer "Christlicher Grippe" ähnlicher Darstellung, die er dort vorgefunden hatte. (vgl Erinnerungen an Indien", z.B.: Deussen, Prof. Dr. Paul, "Erinnerungen an Indien", Kiel und Leipzig, Verlag von Lipsius & Tischer. 1904. Reprint-Ausgabe von Wentworth Press, ISBN 9780274 6314). Die Aufzeigung zahlreicher Parallelitäten in Lehraussagen der Bhagavad Gita und christlicher Evangelien und Lehren verdient jedenfalls Wertschätzung und Anerkennung. Mag Dr. Lorinser nicht so ganz Recht oder auch darin Unrecht gehabt haben, daß es sich um Entlehnungen aus dem Christentum handle und das Christentum vorher gewesen sei, so zeigt es aber doch auf, daß "ein in bausch & bogen Verurteilen der Bhagavad Gita, Indischer Philosophien und Religionen" durch "Christen", christliche Missionare usw deplaciert ist.
Ad "christlicher Mission", dh jenem Missionsbefehl (Matthäus und auch bei Lukas) ist festzustellen, daß der entweder nicht von Jesus stammt oder alternativ Jesus nie&nimmer menschgewordener Gott gewesen sein könne. Wieso?
Einerseits gibt es da die Geschichte der "Versuchung Jesu" (sowohl bei Matthäus als auch Lukas – allerdings nicht ganz identisch; bei Lukas sei der "Satan" dann nur "vorerst von Jesus gewichen"): Jesus sollte von einem Turm hüpfen , da doch gewiß Engel von Gott kämen, um ihn aufzufangen. Jesus lehnt – völlig zurecht – entschieden ab. Soweit so gut. Allerdings weiß man heutzutage (und Gott müßte es, per der Wortdefinition "Gott", schon zu Zeiten Jesu gewußt haben), daß es das Phänomen "Höhenkrankheit" gibt (auch das Auswärtige Amt warnt heutzutage betreffs "Höhenkrankheit"; siehe auch DAV, ADAC e.V. , ARD-Mediathek eine Sendung "bergauf-bergab" des BR24 , die sich damit befaßt…). Zu jemandem, der zwischen 2500m und 3000m bereits Hirnödem oder auch Lungenödem bekommt (betrifft ca 1% der Bevölkerung, lt. ADAC e.V.'s Artikel betreffs der Höhenkrankheit) bekommt, dann zu sagen "geht hin zu allen Völkern, lehrtet sie…" (dh jenen "Missionsbefehl" gegeben zu haben) wäre dasselbe wie das was Satan mit Jesus gemäß der "Versuchung des Jesus"-Berichte in den Evangelien getan gehabt habe. Dann wäre ja Jesus wie Satan, da er sich satanischer Methoden bedienen täte. Lt. Jakobus versucht Gott nie jemanden und von Gott komme nur Gutes. Ein Tod, Schlaganfall oä infolge Hirnödem oä wäre aber zweifelsohne nichts "Gutes" und würde also nie&nimmer von Gott kommen können und damit auch nicht von einem "menschgewordenen Gott".
Insofern ist der Missionsbefehl meiner Ansicht nach eine hochgefährliche Erfindung radikalisierter, fanatisierter früher Christen gewesen, die das anscheinend in die Evangelien hineingeschmuggelt hatten und insofern die Kirche "infiltriert" hatten.
Vorsicht ist insofern angeraten.
Das gilt nicht nur bei irgendwelchen Lehren aus Indien, komischen Yogalehrern aus Indien und Europa samt deren Organisaionen (wobei man seriöserweise Organisationen und Lehren auseinander zu halten hat.) , usw sondern auch im Umgang mit Evangelien, christlichen Überlieferungem und den Kirchen.
mit freundlichen Grüßen, Adios.
Alina
In der Weisheitsliteratur Kapitel 1-18, die von der christlichen Bibel nicht übernommen wurde, spricht die weibliche Weisheit von sich selbst-ab Kap. 7-10. Auch in Sprüche 8, Verse 22-36 stellt sich die weibliche Seite Gottes vor. SIE ist der Anfang der Schöpfung, die präexistent bei Gott war. Gemeinsam mit IHR, der weiblichen Weisheit Sophia hat Gott die Erde gegründet. Des Weiteren: Die Weltseele „anima mundi“ ist das verborgene LICHT in der Materie=weiblich konnotiert-ebenso wie Mutter Erde oder Mutter Natur/der Kosmos-als eine lebendige Seele. Die Patriarchatskriterin Dr. Armbruster schreibt, von „MATER“=lateinisch-RIE=von der „MUTTER“. Die Kirchen haben nur Vater im Himmel im Fokus und nicht Mutter Erde, beide gehören untrennbar zusammen. Es stimmt: Nach dem Männlichen und Weiblichen Prinzip, das auch das wahre BILD Gottes ist, wurde auch der Mensch erschaffen.
Dagmar
Sehr geehrter Herr Buller, die ursprüngliche hebräische Bibel auch Tanach genannt, kannte kein Neues Testament. Es sind sind noch die wahren heiligen Schriften der Juden, die sich weigern, die hebräische Bibel als Altes Testament zu bezeichnen. Denn während der Zwangschristianisiering wurde die Tanach oder Tora zum Alten Testament erklärt, um damit das Neue Testament zu rechtfertigen. Von den Autoren des NT gibt’s keinerlei historisch gesicherte Daten. Die Namen Matthäus, Markus, Lukas, Johannes wurden erst, nachdem diese Evangelien geschrieben waren, hinzugefügt. Es bestehen bei vielen Historikern Zweifel an der Entstehung der Evangelien, aus wessen Feder sie stammen. Sie berichten z.T.sehr widersprüchlich und geschichtlich falsch geortet über das angebliche Wirken Jesu. Es passt vieles nicht zusammen und viele Behauptungen sind schlicht mit den Haaren herbeigezogen. Die hier in den Kommentaren aufgeführten kritischen Aspekte aus vielen Perspektiven sind nicht von der Hand zu weisen. Das Hinterfragen des Bibelinhaltes ist mehr denn je von höchster Präsenz. Für mich ist Religion ohnehin kein Leitfaden, an dem sich Menschen orientieren sollten. Sie werden in ihrem eigenen Denken leider nicht unterstützt, sondern mehr gemaßregelt. Das hat der Schöpfer des Lebens ganz sicher nicht gewollt, denn er gab ihnen einen logischen Menschenverstand um ihn zu benutzen, wie viele der Phylosophen und Theologen wie Kurt Marti zu Recht sagen. Eine Streitkultur ist von daher wichtiger als je zuvor und keine Bevormundung. Gott will keine Duckmäuser, zu denen ich auch nicht gehöre.
Hedrik Seel
Liebe Dagmar,
verzeihen Sie bitte, dass die Antwort so spät kommt, wir sind leider nicht eher dazu gekommen.
hier aber einige Fragen zum Besseren Verständnis Ihrer Ansicht und einige Punkte zum Nachdenken:
1) woran denken Sie, wenn Sie von „Zwangschristianisierung“ sprechen? Bereits Paulus sieht die Schriften der hebräischen Bibel als autoritativ an (z.B. Röm 1,2; 3, 21 -> der Römerbrief ist etwa 56/57 n.Chr. entstanden). Zu dieser Zeit kann von „Zwangschristianisierung“ ja noch nicht gesprochen werden. Es ist historisch ziemlich wahrscheinlich, dass Christen aus dem Judentum hervorgegangen sind und die hebräischen heiligen Schriften von Anfang an akzeptiert wurden und eine große Rolle gespielt haben.
Als nächstes ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, was die Bibel für Christen ist; im AT wird die Geschichte des Volkes Israel erzählt, durch die sich Gott offenbart. Dann kam Jesus als Jude auf die Welt (dass er existierte und am Kreuz starb ist wissenschaftlicher Konsens), durch den Gott die Geschichte des Volkes Israels erfüllt hat und damit auch aller Welt zum Segen wurde (vgl. Gen 12:1-4; Röm 4). In ihm hat sich Gott ganz offenbart. Das NT interpretiert nun die Person (und das Werk und Geschick) Jesu auf der Basis des AT. Das NT entstand also nicht unabhängig vom AT, sondern entstand (u.a) auf seiner Basis. Das NT kann ohne das AT gar nicht gedacht werden.
2.1) Selbst wenn die Autoren der Evangelien nicht bekannt wären, würde das Ihre Verlässlichkeit keineswegs berühren.
2.2) Könnten Sie Beispiele liefern, was genau widersprüchlich und geschichtlich falsch geortet ist? Wo sind Behauptungen an den Haaren herbeigezogen?
3.) Wenn Sie daran glauben, dass der Verstand vom Schöpfer kommt, wer garantiert Ihnen dann, dass der Schöpfer auch wollte, dass Sie durch diesen Verstand Wahrheit erkennen können? Es könnte ja auch sein, dass der Schöpfer Menschen schaffen wollte, die er – durch den Verstand – in die Irre führt, damit er sich über sie lustig machen kann. Um das auszuschließen, muss man den Schöpfer kennen. Der muss sich also offenbaren. Als Christ glaube ich, dass der Schöpfer Gott ist, der die Welt durch Jesus Christus erschaffen hat. Christus ist der Logos (Wort, Vernunft) (vgl. Johannes 1:1), der also, durch den die Welt ins Dasein gekommen ist, durch den sie aber auch jetzt noch ihren Bestand hat. Er ist also die letzte Wahrheit, von dem alle anderen Wahrheiten abgeleitet sind (vgl. auch Johannes 14:6). Wenn der Schöpfergott uns also den Verstand gegeben hat, um Wahrheit zu erkennen, ist das letzte und höchste Ziel des Verstandes, diese letzte Wahrheit zu erkennen. Darin kommt der Verstand also erst zu seiner Bestimmung.
Will man nicht an Jesus Christus glauben, muss man anderweitig erklären, (a) warum wir uns darauf verlassen können, dass unser Verstand uns nicht in die Irre führt, sondern fähig ist Wahrheit zu erkennen. (b) Außerdem muss man erklären, wie der Verstand seine Bestimmung erfüllen kann, ohne dass der Schöpfergott sich offenbart hat.
Weil der christliche Glaube beide Fragen beantwortet, ist er sehr gut als Rahmen geeignet, in dem Denken möglich ist. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass sich das Christentum schon früh der Philosophie bedient hat, um darzulegen, dass das Christentum die vernünftigste Weltanschauung ist. Einige der einflussreichsten Philosophen waren auch Christen (z.B. Augustinus und Thomas von Aquin).
Streitkultur begrüße ich als Christ aus dem Grund, weil kein Christ und keine christliche Gemeinschaft behaupten kann, die Wahrheit Jesus Christus völlig ausgeschöpft zu haben und sich jeder Christ und jede Gemeinschaft auch im Irrtum befinden kann. Darum gilt es auch immer auf den Anderen zu Hören, weil er Dinge sehen könnte, die man selbst nicht sieht.
Der christliche Glaube maßregelt das Denken also nicht, sondern gibt ihm einen sinnvollen (m.E. den sinnvollsten) Rahmen, in dem vernünftiges Denken (a) überhaupt Sinn ergibt und (b) zu seinem Ziel kommt.
Wo wir bei dem Thema Streitkultur sind: ich würde mich auf eine kritische Antwort freuen 😉
herzliche Grüße
Hedrik Seel
Thomas Kellner - Historiker aus Ulm
Ja, wo bleibt er denn, euer Jesus? Er müsste doch schon lange auf den Wolken schwebend auf die Erde zurückgekehrt sein? Wissen Sie was? Er kommt deshalb nicht, weil es diese Lichtgestalt nie gab!? In Israel löst sich auch alles auf, was es mit dem illegal errichteten Staat mit einer erfundenen Jesusfigur auf sich hatte. Die Geschichts-Lüge wird sichtbar. Die Wahrheit ist eine Naturgewalt und wird sich nun in der Endzeit, die in Jesaja ab Kap.40 angekündigt, durchsetzen. Deren Ereignisse zeigen sich durch das rigorose Aufräumen – beginnend in Amerika des Perserkönig Kyros – in Gestalt des amerikanischen Präsidenten-dem mächtigsten Mann der Welt, dem das weltweite Militär unterstellt ist. Doch nur wer diese Ereignisse verfolgt, wird sehen, dass auch bald keine Kirche und keine Religionen gebraucht werden um die Menschen klein und unmündig zu halten. Die Frauen werden wieder ihren gebührenden Platz erhalten und nicht mehr von patriachal-geistlich hochmütigen und völlig abgehoben Gestalten herumkommandiert werden. Das ist die eschatologische Zeitenwende! Gott sei Dank!
Markus Buller
Lieber Thomas,
vielen Dank für deinen Kommentar! Auch wenn wir in einigen Punkten sicher unterschiedlich denken, möchte ich gerne respektvoll auf ein paar deiner Aussagen eingehen.
Zunächst zur Frage, ob Jesus von Nazareth historisch existiert hat: Die allermeisten seriösen Historiker – darunter auch viele säkulare und nichtchristliche Forscher – bejahen das eindeutig. Es gibt eine Vielzahl unabhängiger Quellen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Neuen Testaments, die auf die Existenz einer historischen Figur namens Jesus hinweisen. Selbst der skeptische Historiker Bart Ehrman, der keineswegs ein christlicher Apologet ist, schreibt:
„Die Vorstellung, dass Jesus nie existiert hat, ist ein moderner Mythos. Es gibt heute praktisch keinen ernstzunehmenden Historiker, der das bestreitet.“
Belege finden sich etwa in den Schriften von Tacitus, Sueton und dem jüdischen Historiker Flavius Josephus – allesamt Autoren außerhalb der christlichen Gemeinde. Jesus’ Leben, Lehre, Kreuzigung und die Bewegung, die sich auf ihn berief, sind historisch gut bezeugt.
Was die Wiederkunft Christi betrifft, war Jesus selbst sehr deutlich: „Tag und Stunde weiß niemand“ (Matthäus 24,36). Die Erwartung seiner Wiederkunft ist daher ein Ausdruck christlicher Hoffnung – keine rechnerische Vorhersage.
Du sprichst von einer „eschatologischen Zeitenwende“ und beziehst dich auf den Propheten Jesaja. Darf ich dir dazu ein paar Fragen stellen, um deine Perspektive besser zu verstehen?
– Glaubst du an einen persönlichen Gott?
– Denkst du, dass sich dieser Gott dem Menschen offenbart hat – und wenn ja: wie?
– Hältst du Jesaja für einen echten Propheten Gottes?
– Wo ziehst du die Grenze zwischen menschlicher Geschichtsschreibung und göttlicher Offenbarung?
Ich würde mich freuen, mehr über deinen Blick auf diese Themen zu erfahren.
Mit freundlichen Grüßen
Markus
Gudrun
Der Phylosoph Feuerbach versteht die Auffassung des Christentums bei der Schöpfung des Menschen folgendermaßen: Gott schuf die Menschen nicht nach seinem Bilde als Mann und Frau, sondern der Mensch hat sich im Christentum Gott nach seinem Bilde erschaffen! Und dieses Bild ist ein einseitig männliches Gottesbild eines Gottvaters und eines Gottsohnes. Zu Recht ist dieses ein Götzenbild, weil Gott beide Seiten-das Männliche & WEIBLICHE Prinzip in der Dualität zum Ausdruck bringt. Das Weibliche ist die den Menschen zugewandte Seite Gottes=Sophia, Shokmah oder Shekina genannt=die Präsenz Gottes im Tempel. In der Weisheitsliteratur beschrieben, die leider in der renommierten Bibelausgabe nicht übernommen wurde. Leben empfängt und gebiert nun mal immer noch die Frau. Darum ist das Prinzip Gottes das Männliche und das Weibliche.
Liebe Gudrun, vielen Dank für deinen Kommentar. Entschuldige die späte Reaktion. Mir scheint Feuerbach kein sonderlich guter Bewerter des Christentums zu sein, das wird auch von liberalen Theologen so gesehen. Einem modernen Mindset müsste ja sein Dualismus des Streng Weiblichen und des Streng Männlichen furchtbar altmodisch vorkommen. Natürlich können wir uns Gott nicht als „Mann“ vorstellen, so wie wir ihn uns auch nicht als „starken Stier“/goldenes Kalb vorstellen sollten. In diesem Sinne erinnert uns Jesus daran, dass wir „nicht mehr freien werden“ in der Ewigkeit. Der Begriff des Vaters lebt im NT vor allem in der innertrinitarischen Beziehung von Vater und Sohn, und wird dann durch die Wiedergeburt des Christen auf den „adoptierten“ Menschen erweitert. Gott selbst lehnt den Vergleich mit Mutterschaft/Frauschaft nicht ab (Jes. 66,13;49,15 und weitere) und doch sagt Jesus nirgendwo „Unsere Mutter, die du bist im Himmel…“ Die Präsenz Gottes im Tempel kann ja nur völlig in Jesus Christus verstanden werden, der sagte, dass er (einen besseren) Tempel bauen werde, und damit seinen Leib, seine Gemeinde baute. Die Präsenz „des Vaters“ ist es somit die durch das Haupt Christi in seinen Gliedern vorhanden ist, oder? – Vielleicht benötige ich auch einfach mehr Informationen, um zu verstehen, warum man sich heute Gott sowohl als Vater, wie auch als Mutter wünscht?- Er wird als Vater ja nicht als grausam missbräuchlicher Paschah geschildert, sondern als der Vater, der den Sohn, der ihm entehrend den Tod wünschte entgegenläuft, kaum dass er ihn ankommen sieht (Luk. 15) Den Verweis auf das Buch der Weisheit kann ich nicht nachvollziehen, das Gottesbild in diesem Werk scheint nicht problematisch zu sein, vor einiger Zeit habe ich mich mit diesem Werk beschäftigt, und auch die Weisheit Salomos spricht vom souveränen Gott, der ein Vater ist (Weisheit2,16; 14,3: Deine Vorsehung, Vater steuert…). Mir erscheint es als eine Art Überinterpretation, wenn man vom Genus eines Nomens weitreichende Deutung auf die Offenbarung oder die Eigenschaften Gottes ergreift. Man kann nicht sagen: Es heißt DIE Weisheit, also Besaß DER Gott weibliche Eigenschaften o.Ä. DER Salomo als Mann besaß DIE Weisheit, eine Weisheit die auch Frauen der Bibel hatten wie Ruth usw…
Sarah - Historikerin
Es ist völlig unlogisch, das mit dem Wort, das bei Gott war, eine männliche Jesusfigur gemeint sein soll? Als Gott sprach: “ Lasst UNS Menschen schaffen nach UNSEREM Bilde!“ und er schuf sie als Mann & Frau. Wen hat er wohl mit UNS gemeint? Sicher nicht ein männliches, sondern sein weibliches Gegenüber, die seine Weisheit ist-mit ihr hat Gott die Erde gegründet. SIE ist auch der Geist, der bei der Schöpfung über dem Wasser schwebt und SIE wurde als das Wort und Licht zu den Menschen gesendet. Mich erstaunt es immer wieder, wie wenig logisch und vor allem wie un-selbstständig Christen denken. Es macht keinerlei Sinn, wenn ein Vatergott mit einem Gottsohn Leben auf der Erde schaffen wollte? Wie geht das denn, ohne weibliches Dazutun? Hätte ein Vatergott mit (s)einem göttlichen Sohn eine Liebesbeziehung-wären sie miteinander „eins“ wie es den gutgläubigen Christen indoktriniert wurde, dann hätten beide eine homosexuelle Beziehung? Ich hab nix gegen Homosexuelle, aber ich glaube nicht, dass ein Gott, der die Menschen nach seinem wahren Bild als Mann & Frau schuf, in einer Beziehung mit einem Mann lebt? Darum sagte schon der Autor Kurt Marti zu dem einseitig männlichen Gottesbild eines Gottvaters und Gottsohnes, dass es ein Götzenbild ist. Darin kommt die Weiblichkeit nicht vor, die das künstlich konstruierte Christentum Gott geraubt hat. Denn Gott hat eine weibliche und nicht eine zweite männliche Seite, wie krank ist dieses Gottesbild? Als Frau konnte ich mich nie mit einem einseitig männlichen Gottesbild identifizieren. Das Patriarchat und die unrechtmäßige Machtergreifung des Mannes hat ausgedient-die große Jesuslüge wird im Lichtzeitalter aufgedeckt. Übrigens stellt sich die weibliche Weisheit, als Gottes wahre Lebensgefährtin in Sprüche 8, Verse 22-36 selbst vor. Auch in vielen anderen Texten der Weisheitsliteratur ist von ihr die Rede. Die Bibel, das alte Testament wurde außerdem schon zig Mal umgeschrieben und gefälscht, insbesondere von damaligen frauenhassenden Theologen wie Thomas von Aquin, der auch der Verfasser des Johannesprologs ist und der die weibliche Weisheit ins Männliche verdreht hat. Das neue Testament wurde extra verfasst, um die Jesusgestalt darin zu begründen. -Nein, danke, ich denke lieber selbst und bin aus dem heuchlerischen Verein das sich Kirche nennt, schon seit 20 Jahren ausgetreten. Seitdem hab ich auch keine Schuldgefühle mehr. Sorry, aber mich nervt am meisten, das Christen so gutgläubig & naiv sind, grundsätzlich nix hinterfragen, alles glauben, obwohl Gott ihnen doch einen Verstand zum Denken gegeben hat?
John Schröder
Hallo Sarah, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich schätze es total, wenn sich Menschen hier auf unserer Seite auch kritisch äußern, nur so kommen wir einander und der Wahrheit näher! Ich sehe, dass du dich intensiv mit theologischen Fragen auseinandergesetzt hast. Allerdings sind einige deiner Annahmen historisch und theologisch nicht haltbar. Ich möchte das mal in 5 Punkten zusammenfassen.
1. Der Johannesprolog stammt nicht von Thomas von Aquin – dieser lebte im 13. Jahrhundert, während das Johannesevangelium bereits im 1. Jahrhundert verfasst wurde. Der Text ist in frühesten Handschriften belegt, lange bevor mittelalterliche Theologen darüber diskutierten. Das „Wort“ (griechisch: Logos) ist ein Konzept, das sowohl jüdische als auch griechische Denkweisen aufgreift und von den ersten Christen auf Jesus Christus bezogen wurde.
2. Die Bibel spricht in vielen Passagen von Gott mit mütterlichen und weiblichen Attributen (z. B. Jesaja 66,13; Matthäus 23,37). Wir stimmen dir zu, dass es Quatsch ist, Gott auf ein einseitig männliches Gottesbild zu reduzieren, weil Gott außerhalb biologischer Geschlechtlichkeit steht. Jesus bezeichnet Gott als „Vater“ – nicht, weil Gott biologisch männlich wäre, sondern weil diese Bezeichnung eine persönliche Beziehung ausdrückt.
3. Das „Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild“ (1. Mose 1,26) wird traditionell als Hinweis auf eine Pluralität im Wesen Gottes (oder die Dreieinigkeit) gedeutet. Die Vorstellung, dass hier eine weibliche Gottheit gemeint ist, findet sich in der hebräischen Bibel nicht.
4. Natürlich gab es Übertragungsprozesse und Abschriften. Wir haben heute nicht mehr den perfekten Urtext vorliegen. Aber die Behauptung, das gesamte Neue Testament sei gezielt verfasst worden, um eine „Jesusgestalt zu begründen“, widerspricht historischen Fakten. Es gibt zahlreiche außerbiblische Quellen aus dem 1. und 2. Jahrhundert, die Jesus als historische Figur bezeugen (z. B. Tacitus, Josephus, Plinius der Jüngere).
5. Es ist verständlich, dass du dich von der Kirche distanziert hast, aber Christen pauschal als naiv oder unkritisch zu bezeichnen, ist nicht gerechtfertigt. Es gibt viele Theologen, Historiker und Wissenschaftler, die sich tiefgehend mit diesen Fragen befassen und keineswegs „blind“ glauben.
Markus Buller ist Prediger in seiner Kirchengemeinde und begeistert sich für Apologetik, die Entstehung des Christentums sowie grundlegende Lebensfragen. Sein Herz schlägt für die christliche Mission und den friedlichen Dialog mit Menschen anderer Glaubensrichtungen. Er absolvierte den Studiengang „Staatlicher Verwaltungsdienst – Allgemeine Verwaltung (Bachelor of Laws)“ an der HSPV NRW und arbeitet als Oberinspektor in der Behörde.