Jedes technologische Instrument kann sowohl Segen als auch Fluch sein. Das ist keine ursprĂĽngliche Fehlfunktion, sondern Folge des SĂĽndenfalls.
Eine Drohne kann einer eingeschlossenen Person Wasser bringen oder eine Granate durch einen offenen TĂĽrspalt transportieren. Dasselbe Instrument, dieselbe Technologie mit zwei vollkommen entgegengesetzte Einsatzzwecken. Das ist kein Einzelfall. Es ist das Muster, das sich durch die gesamte Technologiegeschichte zieht.
Das Internet verbreitet das Evangelium in verfolgte Länder, aber auch missbräuchliche Inhalte in Kinderzimmer. Bioinformatik rettet Leben durch Medikamentenentwicklung und könnte fĂĽr biologische Waffen eingesetzt werden. KI beschleunigt medizinische Diagnose und wird fĂĽr Desinformation genutzt.Â
Daraus mĂĽssen wir nicht den Schluss ziehen, dass wir aufhören sollen, Technologie zu entwickeln oder zu nutzen. Wir mĂĽssen aber realistisch bleiben. Wer erwartet, dass eine bessere KI die Welt rettet, verwechselt Werkzeuge mit dem himmlischen Retter der Welt. Und wer aus Angst vor Missbrauch jede neue Technologie ablehnt, unterschätzt Gottes Fähigkeit, selbst die gefallene Welt zu seinem Zweck zu lenken.Â
Es gehört zur nĂĽchternen Reife christlicher Urteilsbildung, diesen Widerspruch nicht aufzulösen. Manche Christen neigen dazu, Technologie entweder enthusiastisch als Segen zu feiern oder pauschal als Bedrohung zu verwerfen. Beides wird der Komplexität nicht gerecht. Das Neue Testament kennt dieses Spannungsfeld gut: Alle Dinge sind erlaubt, aber nicht alles dient der Erbauung (). Unsere Aufgabe ist es zu unterscheiden und konkrete Fragen zu stellen: Welche KI-Anwendung in welchem Kontext dient dem Menschen? Welche schadet ihm? Wer entscheidet das? Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas schiefgeht? Leider gibt es darauf keine endgĂĽltige Antwort. Diese Fragen mĂĽssen in unterschiedlichen Situationen neu gestellt werden.Â
Bei welcher Technologie fällt es dir besonders schwer, die Balance zwischen Nutzung und Vorsicht zu halten?
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Ăśber den Autor
Autor
Hanniel Strebel, Jahrgang 1975, ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen. Er ist ausgebildeter Betriebswirt (FH) und Theologe (MTh, USA) mit einer Promotion in Systematischer Theologie (PhD, USA). Beruflich ist er als Projektmanager sowie als Berater von Führungskräften in der Wirtschaft tätig.
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