Technologische Entwicklung ist keine Folge der Sünde; sie ist göttlicher Auftrag.
Viele Christen stellen Technik unter Generalverdacht, weil sie die Welt zu sehr verändere. Dabei zeigt die Bibel ein anderes Bild. In und 2 bekommt der Mensch den Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, also aktiv zu gestalten. Die Schöpfung wurde nicht als fertige, statische Größe geschaffen, sondern voller verborgener Entwicklungsmöglichkeiten.
Gott hat seine Repräsentanten, den Menschen, damit beauftragt, diese Möglichkeiten zu entfalten. Technologische Erfindungen wie das Brennen von Ziegeln (), das Schmieden von Werkzeugen () oder die Verfeinerung der Landwirtschaft () sind keine Ausbrüche menschlichen Hochmuts, sondern Ausdruck der von Gott geschenkten Kreativität.
Tony Reinke spricht in Anlehnung an Tolkien von «Sub-Creation» (dt. Unterschöpfung/Weiterschaffen): Menschen entdecken und entfalten, was Gott bereits in die Schöpfung hineingelegt hat. Wer sich als Christ von Technologie fernhält, verweigert sich einem Teil seines Auftrags. Wir dürfen (und sollen) Technologie einsetzen, um die Erde zu bebauen und zu bewahren.
Besonders instruktiv ist dabei , wo die Nachkommen Kains Musikinstrumente, Werkzeuge und Städtebau entwickeln. Diese Entwicklung wird von Gott nicht unterbunden. Die Schöpfung ist kein geschlossenes System, das der Mensch nur verwaltet, sondern ein offenes, das er aktiv mitgestalten soll. Das schließt technologische Beschleunigung ein. Nach dem Sündenfall hat sich der Auftrag nicht geändert, wohl aber sein Kontext. Seitdem birgt jede Gestaltung die Gefahr des Missbrauchs. Aber diese Gefährdung hebt den Auftrag nicht auf, auch wenn sie ihn anspruchsvoller macht. Christen, die sich pauschal von Technologie fernhalten, überlassen das Feld denjenigen, die keinen Massstab jenseits der Machbarkeit kennen. Das ist keine fromme Haltung; es ist eine Kapitulation.
Welche technologischen Möglichkeiten habe ich bisher aus Scheu nicht genutzt und warum?
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Ăśber den Autor
Autor
Hanniel Strebel, Jahrgang 1975, ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen. Er ist ausgebildeter Betriebswirt (FH) und Theologe (MTh, USA) mit einer Promotion in Systematischer Theologie (PhD, USA). Beruflich ist er als Projektmanager sowie als Berater von Führungskräften in der Wirtschaft tätig.
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