Hinter dem KI-Fieber steckt eine uralte menschliche Sehnsucht: das verlorene Paradies zurĂĽckzugewinnen.
Wir leben in einem technologischen Hype. Unternehmen versprechen, KI werde alles verändern. Tatsächlich handelt es sich um einen echten Gamechanger, vergleichbar mit dem Smartphone oder dem Computer. Aber hinter dieser kollektiven Aufbruchstimmung liegt etwas Tieferes.
Im ersten Buch Mose wird erzählt, dass die Menschen „nach Osten zogen“ (), ein biblisches Bild für die Suche nach dem verlorenen Paradies (vgl. ; 3,24). Blaise Pascal formulierte es im 17. Jahrhundert so: Der Mensch trägt eine unstillbare Sehnsucht nach dem Ewigen in sich. Diese Sehnsucht nach Vervollkommnung, nach Lebensverlängerung, nach einer besseren Welt ist nicht von vornherein schlecht, sie lässt uns erkennen, dass wir für mehr geschaffen sind als das gegenwärtig Sichtbare.
Problematisch wird es erst, wenn diese Sehnsucht ohne Bezug zu Gott gestillt werden soll und Technologie zum Heilsersatz wird. Die Frage für Christen lautet deshalb nicht: Ist KI gut oder böse? Sondern: Woraus speist sich meine Faszination dafür und wohin führe ich sie?
Diese Sehnsucht selbst ist kein Mangel im Menschen, sondern sie weist uns auf einen Mangel hin. Sie ist wie der Schmerz, der uns auf eine Wunde hinweist. Sie zeigt, dass der Mensch weiß, dass etwas fehlt, auch wenn er nicht mehr weiß, was genau. Blaise Pascal nannte das den Abgrund im menschlichen Herzen, den nur Gott füllen kann. KI wird diesen Abgrund nicht füllen. Sie kann Informationen liefern, Prozesse beschleunigen oder Sprache imitieren. Aber sie hat keinen Zugang zu dem, was der Mensch wirklich sucht: Vergebung, Gemeinschaft, Hoffnung. Für Christen ist das keine Warnung vor KI, sondern eine Einladung zur Klarheit. Je lauter der Hype wird, desto wichtiger wird die Fähigkeit, nüchtern zwischen dem zu unterscheiden, was KI leisten kann, und dem, was allein Christus schenkt.
Welche Hoffnung verbindest du mit KI? Woher kommt diese Hoffnung eigentlich?
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Ăśber den Autor
Autor
Hanniel Strebel, Jahrgang 1975, ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen. Er ist ausgebildeter Betriebswirt (FH) und Theologe (MTh, USA) mit einer Promotion in Systematischer Theologie (PhD, USA). Beruflich ist er als Projektmanager sowie als Berater von Führungskräften in der Wirtschaft tätig.
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